17.03.2017 |

Tower Presswerk

Erzwingungsstreik abgewendet

Nach zehnstündiger Verhandlung konnte am 15. März gegen 03:00 Uhr bei Tower ein Verhandlungsergebnis erzielt werden. Es bringt für die Beschäftigten neben Entgeltzuwächsen auch die Einführung von Mehrarbeitszuschlägen, Freischichten für ältere Beschäftigte, Klarstellungen zur Entgeltberechnung und drei Sonderzahlungen im Kalenderjahr (TOWER Bonus, zusätzliches Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld).

„Ein erkämpfter Tarifvertrag statt erbettelte Regelungsabreden, für heute und in Zukunft, dieses Ziel haben wir erreicht“, kommentierte Bernd Spitzbarth, Verhandlungsführer der IG Metall. „Der Haustarifvertrag wird auch in Zukunft die Rahmenbedingungen regeln. Das ist ein wichtiger Erfolg für alle. Bis Ende März soll der neue Haustarifvertrag geschrieben sein. Dann werden die Mitglieder der IG Metall über die Annahme des Verhandlungsergebnisses entscheiden. Wenn alles so aufgeschrieben ist, wie es vereinbart wurde, dann empfiehlt die Verhandlungskommission Annahme des Ergebnisses“.

Dank des starken Willens der Belegschaft wurde ein Erzwingungsstreik vorerst abgewendet.

22.02.2017 |

Tower Automotive Artern

IG Metall weitet Warnstreiks aus - Starkes Signal der Beschäftigten

Foto: IG Metall Nordhausen

Nachdem in den vergangenen Wochen keine Annäherung zwischen der Geschäftsleitung der Tower Automotive in Artern und der IG Metall erzielt werden konnte, sind die Warnstreiks nun am Samstag, den 18. Februar, in eine weitere Runde gegangen.

„Für den Betriebsrat und die Belegschaft ist klar, dass Verhandlungen über die tariflichen Verbesserungen der Arbeits- und Entgeltbedingungen nur mit der IG Metall zu führen sind“, sagt Andreas Lyson, Betriebsratsvorsitzender am Standort Artern. Ebenso deutlich ist das Signal der gesamten Belegschaft an die Geschäftsführung: Sie ist erneut in den Ausstand getreten und ab 14 Uhr haben bei Tower alle Anlagen gestanden.

„Wir fordern die Geschäftsführung auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Unser Ziel ist es, den Haustarifvertrag mit deutlichen Angleichungsschritten an das Niveau des Flächentarifvertrages der Metall- und Elektroindustrie Thüringen fortzuschreiben“, so Bernd Spitzbarth, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Nordhausen und Verhandlungsführer.

Spitzbarth verwies außerdem auf den Tarifabschluss bei Metallumform im unweit entfernten Leinefelde. Nach einem neunstündigen Verhandlungsmarathon hatte die IG Metall mit der Geschäftsleitung dort erst am Vortag eine weitere stufenweise Angleichung der Entgelte sowie die Einführung einer Altersteilzeitregelung vereinbart, ohne dass es Druck durch Arbeitskampfmaßnahmen geben musste.

Zum Hintergrund bei Tower: Ende 2016 wurde der bestehende Haustarifvertrag bei Tower Automotive in Artern gekündigt, mit dem Willen der Beschäftigten, das Vertragswerk weiter in Richtung Flächentarifvertrag zu verbessern. Dieses Vorgehen steht im Widerspruch zur Einstellung der Geschäftsleitung, die Tarifbindung zu verlassen und keine weiteren Verhandlungen mit der IG Metall zu führen. Das fehlende Verhandlungsangebot der Geschäftsführung führte bereits zu drei Warnstreiks.

08.02.2017 |

Tarifauseinandersetzung bei Tower in Artern

TOWER Belegschaft erteilt Regelungsabrede eine Absage

Foto: IG Metall Nordhausen

Geschäftsleitung auf Betriebsversammlung entzaubert – was zählt, ist der Tarifvertrag

 

Nach einer über mehrere Stunden andauernden Betriebsversammlung bei Tower Automotive in Artern gab es keinen Zweifel mehr. Die Beschäftigten wollen, dass ihre Arbeitsbedingungen durch einen Tarifvertrag geregelt und von der Gewerkschaft verhandelt werden.

In mehreren Versammlungen versuchten die Arbeitgeber, die Beschäftigten zu überzeugen, zu Gunsten von Investitionen und Arbeitsplätzen auf tariflich geregelte Arbeitsbeziehungen zu verzichten und sich von der Gewerkschaft loszusagen. Vom Betriebsrat wurde erwartet, Zugeständnisse zur Einlassung auf Regelungsabreden zu tätigen. Die Zielsetzung ist klar. Sind erst einmal die Bestimmungen abgelöst, ist der Tarifvertrag Geschichte. Dieses Ziel wurde auch von der Geschäftsleitung untermauert. "Kein Tarifvertrag", so Geschäftsführer Batilla – „mal sehen, wer wie lange durchhält“ .

Marc Gerull, ein TOWER Manager: "Wir wollen marktkonforme Arbeitsbedingungen“ und „das Ruhrgebiet hat sich wegen einheitlichen Regelungen (gemeint sind Tarifverträge) zu einer Industrieruine entwickelt.“ Gegen dieses Modell, dem Modell des billigen Jakobs und der einseitigen Willensbildung, haben sich die Beschäftigten und der Betriebsrat ausgesprochen.

Was zählt, ist der Tarifvertrag! – und das geht nur mit der Gewerkschaft!

Das war der Tenor aus der über eine Stunde andauernden Diskussion auf der Betriebsversammlung am 7. Februar. Sie wissen, dass der Tarifvertrag ihnen den größten Schutz bietet. „Immerhin ist klar, dass auf tariflich vereinbarte Bestimmungen nicht durch Betriebsvereinbarung oder Arbeitsvertrag verzichtet werden kann, bzw. darf. Wir als Betriebsrat werden nicht dazu beitragen, dass tarifliche Ansprüche in Abrede gestellt oder zukünftig in Gefahr gebracht werden“, untermauert Andreas Lyson für den Betriebsrat. Ergänzend machte Peter Beyer deutlich und erinnerte daran, „wie es ohne Betriebsrat und Gewerkschaft war. Schlechte Rahmenbedingungen waren an der Tagesordnung, von der Einstellung bis zum Entgelt. Wir können nur mit der Gewerkschaft bestehen, mit der IG Metall, wenn wir auf Augenhöhe unsere Arbeitsbedingungen mitgestalten wollen“.

"Die eigentliche Zielsetzung der Arbeitgeber bei Tower ist, alleine die Spielregeln aufstellen zu können", so Bernd Spitzbarth, 1. Bevollmächtigter und Geschäftsführer der IG Metall Nordhausen. Die Behauptung, dass durch die Kündigung des Tarifvertrages kein Tarifvertrag mehr bestehe, sei schlichtweg falsch. Der Tarifvertrag entfaltet nach seiner Kündigung Nachwirkung (§4 Abs. 5 TVG). "Gegen den Willen der Beschäftigten ändert sich daran nichts. Das einzige was sich ändert, ist der Wegfall der Friedenspflicht und die Gewerkschaft kann zu Warnstreiks und, wenn es sein muss, zu Erzwingungsstreiks aufrufen", so Spitzbarth weiter. Nun liegt es bei den Arbeitgebern, ob es am Verhandlungstisch zu einer Lösung kommt und der Wille der Belegschaft von TOWER akzeptiert wird. Die IG Metall hat die Geschäftsleitung dazu aufgefordert. Darin liegt die wahre Stärke und Achtung gegenüber den Beschäftigten. Alles andere ist das Aufzwingen eines Diktates. "Diese Zeiten wollen wir nicht wieder erleben. Demokratie und Mitbestimmung sind die Grundlage für einen respektvollen Umgang miteinander", sagt Spitzbarth abschließend.

30.01.2017 |

Warnstreik

Tarifflucht bei TOWER Automotive in Artern

Foto: IG Metall Nordhausen

Zwischen der IG Metall und dem Presswerk Automotive Artern besteht seit 2014 Tarifbindung. In Artern werden Rohbauteile für die Automobilindustrie hergestellt. Darunter sind Automobilhersteller wie Daimler, Porsche, BMW, Audi, Opel und VW. Alles Unternehmen, für die eine Tarifbindung selbstverständlich ist. Für ihre Zulieferer scheint dies keine Selbstverständlichkeit zu sein.

Die Geschäftsleitung bei TOWER in Artern verweigert sich jeglichen Tarifverhandlungen. Für die rund 130 Stammbeschäftigten ist dies wie ein Schlag ins Gesicht. Die IG Metall hat mehrmals versucht, die Arbeitgeber an den Verhandlungstisch zu bringen. Vergeblich. Seit Wochen versucht die Geschäftsleitung(Hr. Batilla und Fr. Reichel), die Belegschaft von ihren berechtigten Forderungen abzuhalten. Unverhohlen sind Drohungen an der Tagesordnung. Der Betriebsrat wird aufgefordert sich von der IG Metall zu distanzieren. Entgelte und Arbeitszeiten sollen auf betrieblicher Ebene verhandelt werden. Der Betriebsrat hat sich unmissverständlich und richtigerweise gegen betriebliche Verhandlungen über Entgelte und Arbeitszeiten ausgesprochen. „Hier verlassen die Arbeitgeber aus unserer Sicht den Rechtsweg. Das sind Themen, die ausschließlich durch die Tarifvertragsparteien zu verhandeln sind. So verlangt es das Gesetz und das werden wir nicht beugen. Darauf haben wir die Geschäftsleitung mehrmals hingewiesen", bekräftigt der Betriebsratsvorsitzende Andreas Lyson.

Am Montag, den 30. Januar, traten die Beschäftigten in den ersten Warnstreik. Ab 11 Uhr legte die Frühschicht die Arbeit für mehrere Stunden nieder. Das Stehen der Produktion sollte von der Geschäftsleitung als klares Signal verstanden werden. Drohungen wie Standortschließungen und/oder Verlagerungen lassen die Beschäftigten nicht mehr gelten. Arbeitsbedingungen gehören durch Tarifverträge geregelt. Einen besseren Schutz, als ihn Tarifverträge bieten, kann es für abhängig Beschäftigte nicht geben. Das haben die Metallerinnen und Metaller beim Warnstreik klar zum Ausdruck gebracht.

Die Entgelte liegen zur Zeit circa 400 Euro unterhalb des Flächentarifs Thüringen bei einer um 2 Stunden längeren Wochenarbeitszeit. Altersteilzeit, Regelungen für einen flexiblen Übergang in die Rente? Fehlanzeige und mehr als überfällig!

Bei TOWER hat man nur Gehör für Personalkostensenkung und Erhöhung der Flexibilität sowie für die Beibehaltung der Sonn- und Feiertagsarbeit. Davon haben die Beschäftigten nun genug. Sowohl aus der Region als auch aus den TOWER Standorten in Köln, Duisburg, Buchholz und Zwickau erfahren die Kollegeninnen und Kollegen breite Solidarität.

„Wir wollen Lösungen für die Weiterentwicklung des bestehenden Haustarifvertrages, der den Beschäftigten eine Perspektive gegeben soll. 27 Jahre nach der Einheit ist es mehr als überfällig, dass Mindeststandards wie Entgelte und Arbeitszeit angeglichen werden. Die Fahrt in der 2. Klasse ist den Menschen nicht mehr zu erklären und zuzumuten. Soziale Unruhen gibt es schon genug. Hier haben die Betriebe und somit auch TOWER eine Verantwortung, der sie nachkommen müssen. Wir fordern TOWER auf, an den Verhandlungstisch zu kommen, statt weiterhin zu drohen und Spaltungspolitik zu betreiben“, so Bernd Spitzbarth, 1. Bevollmächtigter und Verhandlungsführer für die IG Metall Nordhausen.

12.01.2017 |

Werkverträge und Tarifbindung

IG Metall und Geschäftsleitung von Rhenus Logistics in Kölleda sind sich einig: Was zählt ist der Tarifvertrag

Am 05. Januar 2017 wurde die Tarifbindung für die Werksvertragsbeschäftigten von Rhenus Logistics Kölleda (bis 31. Dezember 2016 BLG Kölleda) hergestellt. Bernd Spitzbarth kommentierte: „Mit dem Abschluss wurde sichergestellt, dass die Arbeitsbedingungen nun auch bei Rhenus in Kölleda tarifvertraglich geregelt sind. Die tariflichen Bestimmungen, die bisher mit der BLG vereinbart waren, wurden auf Rhenus übertragen. Damit haben wir den ordnungspolitischen Rahmen wieder hergestellt. Unsere Mitglieder und deren Einsatz haben keinen Zweifel daran gelassen, dass ein Tarifvertrag erforderlich ist. Dazu sagt die IG Metall Verhandlungskommission danke.“

Die Betriebsratsvorsitzende Marion Strebe sagte: „Mit dem Tarifabschluss haben wir nicht nur Sicherheit für die sogenannte Stammbelegschaft erreicht. Wichtig war uns auch, dass wir nun den Bestimmungen zur Leiharbeit wieder eine normative Kraft geben konnten. Nun geht es an die Umsetzung der Bestimmungen zur Reduzierung der Leiharbeit, d.h. einen weiteren Teil der Leiharbeitsbeschäftigten in ein festes Arbeitsverhältnis bei Rhenus zu bringen.“

Ihr Stellvertreter Lutz Kübelstein ergänzte: „Ohne unsere Mitglieder wäre ein solcher Erfolg nicht möglich gewesen. Dass Tarifverträge nicht vom Himmel fallen, haben wir in der Auseinandersetzung 2016 erfahren. Sie müssen nun auch in der Praxis gelebt werden. Dafür sind wir gemeinsam verantwortlich. Um Tarifverträge auch zukünftig weiterentwickeln zu können, müssen wir dafür Sorge tragen, auch in Zukunft durchsetzungsfähig, d.h. gut organisiert zu sein.“

Bereits im Mai 2016 wurde bei der BLG die Arbeit niedergelegt, um einen Tarifvertrag zu erkämpfen

Der lange Weg zum Tarifvertrag
Tarifverträge fallen nicht vom Himmel und müssen immer wieder erkämpft werden
25.05.2016 |

Entgelte für 20.000 Beschäftigte steigen

Tarifabschluss für die Metall- und Elektroindustrie in Thüringen

Frankfurt am Main/ Eisenach. Die IG Metall und der Verband der Metall- und Elektroindustrie Thüringen haben sich am heutigen Mittwoch auf die Übernahme des Tarifabschlusses für die Metall- und Elektroindustrie geeinigt. Die Entgelte und Ausbildungsvergütungen für die etwa 17.000 Beschäftigten im Freistaat werden nun auch hier in zwei Stufen erhöht: zum 1. Juli 2016 um 2,8 Prozent, zum 1. April 2017 um weitere 2,0 Prozent. Darüber hinaus gibt es für Juni 2016 eine Pauschalzahlung von 150 Euro, Auszubildende erhalten 65 Euro. Insgesamt bedeutet dies eine tabellenwirksame Entgeltsteigerung von 4,8 Prozent bis zum Ende der Laufzeit, die bis zum 31. Dezember 2017 reicht.

17.05.2016 |

Metall- und Elektroindustrie Thüringen

Es fehlt nur noch der letzte Schritt - Übernahme des Ergebnisses

Der letzte Schritt fehlt noch: Die Übertragung des Tarifergebnisses auf das Tarifgebiet Thüringen. Das wollen wir möglichst schnell vollziehen, jedenfalls noch im Mai. Und, das ist klar: natürlich ohne Abstriche. Nachdem am vergangenen Freitag die Einigung in Nordrhein-Westfalen gelang, konnten wir noch am gleichen Tag die Übertragung für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland vereinbaren.

So ist es vielleicht doch schon Zeit für ein Fazit der Tarifbewegung 2016: Über 100.000 Kolleginnen und Kollegen haben sich in unserem Bezirk Mitte an Warnstreiks beteiligt. Mit Solidarität, Stärke und

Entschlossenheit haben wir den notwendigen Druck gemacht. Wir haben einen akzeptablen Kompromiss erzielt: Ein kräftiges Plus bei den Einkommen, Stärkung der Kaufkraft, Beteiligung an den Gewinnen. Ein Betrieb kann die Differenzierung des Tarifabschlusses beantragen. Aber diese bleibt Sache der Tarifparteien.

Das ist die Lehre aus der Tarifbewegung: Klare Ziele, gemeinsames Handeln in einer starken IG Metall sind der Schlüssel zum Erfolg. Das gilt auch für die Zukunft.

Jörg Köhlinger

Bezirksleiter der IG Metall

12.05.2016 |

Gemeinsamer Warnstreik von Thales und BorgWarner in Arnstadt

Die IG Metall hat am Donnerstagvormittag für 09:00 Uhr die Beschäftigten von Thales und BorgWarner in Arnstadt zum Warnstreik aufgerufen – die Kolleginnen und Kollegen versammelten sich nach Demonstrationszügen zu einer gemeinsamen Kundgebung.

Arnstadt. Jeweils für 09:00 Uhr waren am frühen Donnerstag-Vormittag die Beschäftigten von Thales und BorgWarner zum Warnstreik aufgerufen. Dem Aufruf folgten circa 150 Beschäftigte der Tagschicht von Thales. Mit circa 60 Kolleginnen und Kollegen beteiligte sich der überwiegende Teil der Frühschicht von BorgWarner. Der Ausstand dauerte etwas länger als zwei Stunden. Zur Kundgebung sprachen die Landtagsabgeordneten Madeleine Henfling, Bündnis 90/Die Grünen und Eleonore Mühlbauer, SPD den Warnstreikenden ihre Solidarität aus. 

Kirsten Joachim Breuer, 2. Bevollmächtigter der IG Metall Erfurt sagte im Rahmen der Kundgebung: „Die sehr gute Beteiligung zeigt, dass die Metallerinnen und Metaller weiterhin bereit sind, für ihre Tarifforderung zu kämpfen. Wenn die Arbeitgeber ernsthaft einen Pilotabschluss vor Pfingsten wollen, so bleibt nicht mehr viel Zeit. Es ist richtig und wichtig auf der Zielgeraden einen Zahn zuzulegen und die Warnstreiks auszuweiten. Ob die heutigen Warnstreiks ein Schlussspurt für das Erfurter Kreuz sind, liegt nun bei den Arbeitgebern. Wir haben noch reichlich Reserven und könnten, wenn nötig noch zulegen. Dieses Signal ist im Speziellen an die Thüringer Arbeitgeber gerichtet. Keine Kollegin und kein Kollegen wird kampflos akzeptieren, dass ein etwaiger Pilotabschluss nicht auch auf Thüringen übertragen wird.“

Bernd Gottwald, Betriebsratsvorsitzender von Thales und gewerkschaftlicher Vertrauensmann sagte: „Meine Kolleginnen und Kollegen haben sich den Tarifvertrag erkämpft und wir sind auch weiterhin bereit, für eine faire Tariferhöhung zu streiken. Mit Blick auf die nächsten Jahre werden wir härtere Konflikte um die weitere Angleichung an westdeutsche Tarifgebiete führen müssen. Mit Blick auf diese künftigen Debatten wären die Arbeitgeber gut beraten, sich in der diesjährigen Tarifbewegung deutlich kompromissbereiter zu zeigen. Es bleibt dabei, wer gute Leute will, der muss auch gute Arbeit und vor allem faire Bezahlung bieten.“ 

Andreas Eifert, Betriebsratsvorsitzender von BorgWarner und Mitglied der Tarifkommission sagte: „Ich fordere unseren Arbeitgeber auf, sich im Verband für eine Lösung des Tarifkonfliktes stark zu machen. Die bisherige Funkstille der Thüringer Arbeitgeber muss durchbrochen werden. Wer keine weitere Eskalation wünscht, der muss nun sehr schnell die entscheidende Signale Richtung Einigung senden.“

11.05.2016 |

Warnstreik im Erfurter Norden

Gemeinsamer Warnstreik von SIEMENS und Schuler in Erfurt

Erfurt. Um 12:30 Uhr versammelten sich die Metallerinnen und Metaller vor den Werkstoren von Siemens und Schuler zum Warnstreik. Insgesamt legten bei SIEMENS etwas mehr als 250 Beschäftigte die Arbeit nieder. Mit rund 200 Metallerinnen und Metallern traten bei Schuler nahezu ebenso viele in den Ausstand. Die Arbeiten in beiden Werken kamen für etwas mehr als drei Stunden zum Erliegen.

Nachdem bei den Tarifverhandlungen am vergangenen Montag in Nordrhein-Westfalen kein Durchbruch im festgefahrenen Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie erzielt werden konnte, hat die IG Metall auch am Mittwoch bundesweit zu weiteren Warnstreiks aufgerufen. Die Warnstreiks dieser zweiten Welle finden zeitlich ausgeweitet gegenüber den Warnstreiks der vorigen Woche statt. Damit soll der Druck auf den Arbeitgeberverband verstärkt werden, um eine Lösung des Konfliktes herbeizuführen.

Bernd Spitzbarth, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Erfurt sagte im Rahmen der Kundgebung: „Unsere Warnstreiks zeigen langsam Wirkung. Die Arbeitgeber wollen nun nachbessern. Wir sind jedoch noch lange nicht am Ziel und von einem annehmbaren Kompromiss immer noch weit entfernt. Sollte es im Verlauf der nächsten Tage zu einem Pilotabschluss kommen, so kann ich die Thüringer Arbeitgeber nur davor warnen, auch nur darüber nachzudenken, dieses Ergebnis nicht übertragen zu wollen. Eines hat die sehr gute Beteiligung bei allen bisherigen Warnstreiks gezeigt. Wir stehen hinter unserer Forderung und werden uns jeden Versuch einer Schlechterstellung gegenüber eines gefundenen Pilotabschlusses entgegenstellen. Sollte es zu keinen Durchbruch bei den Verhandlungen in NRW kommen, sind WIR auch über Pfingsten hinaus bereit, für unsere berechtigten Interessen zu kämpfen. Die weiteren Vorbereitungen dazu treffen wir bereits im Anschluss an diesen Warnstreik“

Ferner forderte Spitzbarth den Arbeitgeberverband auf, deeskalierend auf seine Mitglieder Einfluss zu nehmen und verwies dabei auf den Zwischenfall zum Beginn der Woche beim Baumaschinenhersteller Hydrema in Weimar.

Bernd Ludwig, Betriebsratsvorsitzender von Schuler Pressen und gewerkschaftlicher Vertrauensmann sagte: „Es ist nun an der Zeit, dass die Arbeitgeber eine wirklich verhandelbares Angebot vorlegen. Ich weiß meine Kolleginnen und Kollegen hinter mir, wenn ich sage, dass wir auch über diesen zweiten Warnstreik hinaus bereit sind zu kämpfen. Wenn die Thüringer Arbeitgeber eine Deeskalation wollen, so sollten sie schleunigst Terminvorschläge zur Fortsetzung der Verhandlungen unterbreiten. Unsere Geduld ist endlich.“

Mario In der Au, Betriebsratsvorsitzender des SIEMENS-Generatorenwerks und Mitglied der Verhandlungskommission sagte: „Es muss nun Schluss sein mit dem Versteckspiel hinter den Kalendern. Ich fordere Siemens auf, sich beim Arbeitgeberverband dafür stark zu machen, dass auch in Thüringen ernsthaft weiterverhandelt werden kann. Meine Kolleginnen und Kollegen sind auch für eine dritte Warnstreikwelle bereit. Wir haben alle unsere Hausaufgaben gemacht. Jetzt ist es an den Arbeitgebern, Vernunft walten zu lassen und den Konflikt nicht weiter anzuheizen. Wir wollen nicht mehr und nicht weniger als unseren fairen Anteil.“

 

 

 

10.05.2016 |

IG Metall Nordhausen weitet 2. Warnstreikwelle aus

Belegschaft von GKN Sinter Metals ging in Bad Langensalza in den Warnstreik

Bad Langensalza. Wie die IG Metall bereits in der vergangenen Woche angekündigt hat, weitet die Gewerkschaft ihre Warnstreiks auch im Unstrut-Hainich-Kreis weiter aus. Hintergrund sind die verfahrenen Tarifverhandlungen zwischen dem Arbeitgeberverband und der IG Metall. Während die Gewerkschaft weiterhin 5 Prozent mehr Entgelt für die Laufzeit eines Jahres fordert, bietet die Arbeitgeberseite 0,9 Prozent für 12 Monate oder alternativ 2,1 Prozent für 24 Monate.

Ab 5:00 Uhr waren die Beschäftigten der Nachtschicht bei GKN aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Ausnahmslos alle Kolleginnen und Kollegen folgten dem Ruf ihrer Gewerkschaft.

„Auch mit diesem Warnstreik haben wir erneut gezeigt, dass es uns ernst ist.“, so Alexander Scharff, 2. Bevollmächtigter der IG Metall Nordhausen. „Das Angebot der Arbeitgeberseite ist nach wie vor eine Ohrfeige und ein Schlag ins Gesicht derer, die den Erfolg der Unternehmen Tag für Tag erwirtschaften.“ Scharff forderte ebenso wie die betrieblichen Vertreter bei GKN, den Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie auf, endlich ein verhandlungswürdiges Angebot zu unterbreiten.

Die IG Metall kündigte bereits jetzt weitere Eskalationsstufen an, sofern es kein Einlenken auf der Arbeitgeberseite gibt.

10.05.2016 |

Zweiter Warnstreik am Erfurter Kreuz

Die IG Metall hat die Beschäftigten von n3, MDC Technology und der Robert-Bosch-Elektronik Thüringen GmbH zum Warnstreik aufgerufen – Kolleginnen und Kollegen von Solarworld solidarisierten sich erneut

Arnstadt. Für 13:30 Uhr hatte die IG Metall die Beschäftigten von n3, MDC Technology und der Robert-Bosch-Elektronik Thüringen zum Warnstreik aufgerufen. Metallerinnen und Metaller der Solarworld Industries Thüringen, die wegen einer Bindung an einen Haustarifvertrag nicht zum Warnstreik aufgerufen waren, beteiligten sich wie bereits zum ersten Warnstreik am 03. Mai an der Aktion. Insgesamt legten etwas mehr als 130 Beschäftigte die Arbeit nieder. Die Arbeitsunterbrechungen in den Werken dauerten circa zwei Stunden an.

Nachdem bei den Tarifverhandlungen am vergangenen Montag in Nordrhein-Westfalen kein Durchbruch im festgefahrenen Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie erzielt werden konnte, hat die IG Metall am Dienstag bundesweit zu weiteren Warnstreiks aufgerufen. Die Warnstreiks dieser zweiten Welle finden zeitlich ausgeweitet gegenüber den Warnstreiks der vorigen Woche statt. Damit soll der Druck auf den Arbeitgeberverband verstärkt werden, um eine Lösung des Konfliktes herbeizuführen.

Kirsten Joachim Breuer, 2. Bevollmächtigter der IG Metall Erfurt sagte im Rahmen der Kundgebung: „Für Thüringen gibt es noch immer keinen weiteren Verhandlungstermin. Während sich die Arbeitgeber in anderen Tarifgebieten deutlich konstruktiver geben, ist der Thüringer Verband anscheinend auf Tauchstation gegangen. Solange entscheidende Signale zur Lösung ausbleiben, gibt es für uns nur das Mittel des Warnstreiks. Wir werden die Warnstreiks der zweiten Welle fortsetzen, bis die Arbeitgeber ihr Angebot spürbar nachbessern. Bleibt dies aus, so haben wir unsere Hausaufgaben gemacht. Das Ende der Eskalationsskala ist für uns noch lange nicht in Sicht.“

Sebastian Masek, Betriebsratsvorsitzender von n3 und Mitglied der Tarifkommission sagte: „Wir leisten gute Arbeit und nicht wenige Kolleginnen und Kollegen engagieren sich über die arbeitsvertraglichen Pflichten hinaus für das Unternehmen. Für dieses Engagement wollen wir eine Wertschätzung. Uns eine gerechte Lohnsteigerung vorenthalten zu wollen, versteht jeder einzelne von uns als Kampfansage. Bei n3 zieht der Auftragseingang an. Wir fordern den Arbeitgeber auf, sich im Verband für eine schnelle Lösung einzusetzen. Weitere Warnstreiks sind nicht unser Wille, jedoch sind wir falls nötig dazu bereit.“

Jan Müller, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender der Robert Bosch Elektronik Thüringen GmbH und gewerkschaftlicher Vertrauensmann sagte: „Ich bin stolz auf meine Kolleginnen und Kollegen. Was sie nach den Anfangswirren des Betriebsübergangs von Bosch Solar geleistet haben ist großartig. Binnen kürzester Zeit kam die Produktion ans Laufen. Wir stehen heute in Qualität und Produktivität gegenüber unseren Schwesterwerken im Konzern in nichts nach. Wer jedoch auf motivierte Beschäftigte zurückgreifen will, der muss auch gute Löhne zahlen. Wir erwarten eine angemessene Würdigung der Leistung unserer Kollegen, auch vor dem Hintergrund, dass wir in diesem Monat unseren 4-millionsten Regler am Standort in Arnstadt gefertigt haben.“

Maik Merkel, Betriebsratsvorsitzender der MDC Technology GmbH und gewerkschaftlicher Vertrauensmann sagte: „Wir erbringen in Arnstadt Spitzenleistung und arbeiten an der Grenze des Möglichen. Auch wenn wir als Unternehmen in Arnstadt noch relativ jung sind, so kennt jeder im Konzern die Spielregeln. Beste Leistungen gibt es nur durch motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Tarifbindung des Unternehmens war für viele meiner Kolleginnen und Kollegen der Grund, sich bei MDC zu bewerben. Damit einher geht unser entschlossener Wille, am stetig wachsenden Erfolg des Unternehmens beteiligt zu werden. 5 Prozent sind keine utopische Forderung. Es ist vielmehr eine Beteiligung an einem Erfolg, den wir hart erarbeitet haben.“

09.05.2016 |

IG Metall Nordhausen startet kraftvoll in 2. Warnstreikwelle

Belegschaft von MAXIMATOR weitet mit Unterstützung der Gewerkschaft bei FEUER powertrain und EATON Warnstreik aus

Nordhausen. Wie die IG Metall bereits in der vergangenen Woche vor dem Tor von MAXIMATOR angekündigt hat, weitet die Gewerkschaft ihre Warnstreiks auch in Nordhausen weiter aus. Hintergrund sind die verfahrenen Tarifverhandlungen zwischen Arbeitgeberverband und der IG Metall. Während die Gewerkschaft weiterhin 5 Prozent mehr Entgelt für die Laufzeit eines Jahres fordert, bietet die Arbeitgeberseite 0,9 Prozent für 12 Monate oder alternativ 2,1 Prozent für 24 Monate.

Ab 12:00 Uhr traten rund 100 Beschäftigte der Frühschicht bei MAXIMATOR in den Warnstreik. Unterstützt wurden sie dabei von Beschäftigten der EATON Automotive und vielen Kolleginnen und Kollegen von FEUER powertrain. Beide Belegschaften zeigen sich solidarisch mit der Tarifforderung ihrer Gewerkschaft und begleiteten den Demonstrationszug, auf die Brücke der Erfurter Straße, die in der Folge für 1,5 Stunden blockiert war.

„Mit dieser Aktion haben wir gezeigt, dass es uns ernst ist und öffentlich auf die Situation in dieser Tarifrunde aufmerksam gemacht.“, so Bernd Spitzbarth, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Nordhausen. „Das Angebot der Arbeitgeberseite ist nach wie vor eine Frechheit und ein Schlag ins Gesicht derer, die den Erfolg der Unternehmen Tag für Tag erwirtschaften.“ Spitzbarth forderte ebenso wie die betrieblichen Vertreter von Maximator, FEUER powertrain und EATON Automotive den Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie auf, endlich ein verhandlungswürdiges Angebot zu unterbreiten.

Mit dieser bislang größten Aktion während der laufenden Tarifrunde in Nordhausen hat die IG Metall unter Beweis gestellt, dass sie in der Lage und willens ist, ihre Forderung auch weiter zu verfolgen. Spitzbarth kündigte bereits jetzt weitere Eskalationsstufen an, sofern es kein Einlenken auf der Gegenseite gibt.

09.05.2016 |

Zweite Warnstreikwelle beginnt mit sehr guter Beteiligung bei Hydrema in Weimar

Zwischenfall: Prokurist bahnte sich mit Dienstwagen Weg durch laufende Kundgebung und fuhr Kollegen der IG Metall an

Weimar. Am frühen Montagmorgen hatte die IG Metall die Beschäftigten des Baumaschinenherstellers Hydrema in Weimar zum Warnstreik aufgerufen. Am Warnstreik beteiligte sich mit 75 Kolleginnen und Kollegen die komplette Schicht. Die Arbeiten kamen für circa zwei Stunden zum Erliegen.

Während der Warnstreikundgebung ist es zu einem unerfreulichen Zwischenfall gekommen. Der Prokurist der Firma, Herr Dr. Zöllner, bahnte sich durch die laufende Kundgebung der Beschäftigten mit seinem Dienstwagen den Weg. Nach der Aufforderung, mit Rücksicht auf die Sicherheit der Kollegen hiervon Abstand zu nehmen, fuhr er weiter und einem Kollegen in die Beine. Trotz dieses massiven Versuchs der Behinderung wurde der Warnstreik ordentlich zu Ende geführt. Der Thüringer Arbeitgeberverband wurde inzwischen von der IG Metall aufgefordert, mäßigend auf seine Mitgliedsunternehmen einzuwirken und mit Blick auf die Gesundheit und die körperliche Unversehrtheit aller Beteiligten sich von solchen Übergriffen zu distanzieren.

Bernd Spitzbarth, Erster Bevollmächtigter, verurteilte den Vorfall auf das Allerschärfste: „Wer absichtlich in eine Menschmenge fährt, gefährdet damit nicht nur vorsätzlich die körperliche Unversehrtheit der eigenen Beschäftigten. Er bricht damit auch geltendes Recht. Mit dem Übergriff sollte versucht werden, den Kolleginnen und Kollegen ihr Grundrecht auf Streik zu nehmen. Diese Form der Auseinandersetzung ist neu, sie provoziert unnötig und ist einer vernünftigen Debatte alles andere als zuträglich. Wir werden uns auch nicht mit Gewalt unser Grundrecht nehmen lassen, für unsere Interessen einzustehen.“

Bezogen auf die Tarifauseinandersetzung sagte Spitzbarth: „Dieser erste gelungen Auftakt für die zweite Warnstreikwelle macht deutlich, dass die Metallerinnen und Metaller nicht gewillt sind, sich mit den bisherigen Angeboten abspeisen zu lassen. Dass es in Thüringen noch zu keinem weiteren Verhandlungstermin gekommen ist, ist Öl in das Feuer der warnstreikenden Kolleginnen und Kollegen. Inwiefern mit den kurzfristig für heute in Nordrhein-Westfalen anberaumten Verhandlungen ein Durchbruch im Tarifkonflikt erreicht werden kann, bleibt offen.“

Michael Rost, Betriebsratsvorsitzender und gewerkschaftlicher Vertrauensmann sagte zur Warnstreikkundgebung: „Ich fordere unseren Arbeitgeber auf, seinen Einfluss auf den Verband zu nutzen und sich für eine Lösung des Tarifkonfliktes einzusetzen. Dazu braucht es nun einen weiteren Verhandlungstermin. Die Verweigerung zu Gesprächen ist unklug. Die Metallerinnen und Metaller bei Hydrema sind fest entschlossen, auch weiterhin für ihr Recht auf faire Entlohnung zu kämpfen.“

04.05.2016 |

Tarifbewegung in der Metall- und Elektroindustrie Thüringens

Daimler-Motorenwerk MDC in Kölleda stand still – Thales in Arnstadt bildete den Abschluss der ersten Warnstreikwelle

Kölleda. Am frühen Mittwochmorgen hatte die IG Metall in Kölleda die Beschäftigten des Daimler-Motorenwerks MDC, des dortigen Kontraktlogistikers BLG und der Instandhaltungsfirma am Standort GSN zum Warnstreik aufgerufen. Am Warnstreik beteiligten sich circa 500 Kolleginnen und Kollegen. Die Arbeiten im Motorenwerk kamen damit für etwas mehr als eine Stunde zum Erliegen.

Mit dem heutigen Warnstreik in Kölleda fand die erste Warnstreikwelle in der Tarifbewegung für die Metall- und Elektronindustrie einen vorläufigen Höhepunkt. Neben der Erhöhung der Entgelte im Flächentariftarifvertrag hat sich die IG Metall in der aktuellen Tarifbewegung vorgenommen, die Tarifbindung auszuweiten. Derzeit führt die Gewerkschaft bei den Werkvertrags-Dienstleistern BLG und GSN am Standort des Motorenwerks Tarifverhandlungen. Weil diese Verhandlungen ins Stocken geraten sind, wurden zusätzlich die Beschäftigten beider Unternehmen zum Warnstreik aufgerufen.

Bernd Spitzbarth, Erster Bevollmächtigter der IG Metall sagte in seiner Rede an die Beschäftigten: „MDC in Kölleda steht für den wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen in der Metall- und Elektroindustrie in den letzten Jahren. Vor dem Hintergrund der regen Bautätigkeit am Standort und den ständigen Erweiterungen kann niemand behaupten, dass es dem Unternehmen schlecht ginge. Die Metallerinnen und Metaller bei MDC haben es verdient, am wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens beteiligt zu werden. Die Kolleginnen und Kollegen von BLG und GSN und auch alle Leiharbeiter sind ein originärer Teil der Wertschöpfungskette am Standort und deshalb kämpfen wir darum, dass auch sie vom Erfolg des Unternehmens ihren gerechten Anteil erhalten.“

Ute Hartramph, Betriebsratsvorsitzende von MDC und gewerkschaftliche Vertrauensfrau sagte: „Von Jahr zu Jahr haben die Produktionszahlen bei uns angezogen, nun ist es an der Zeit, das unsere Entgelte ebenfalls anziehen. Für den Daimler gilt: Das Beste oder nichts. Das muss dann auch bei den Löhnen gelten. Die Kolleginnen und Kollegen arbeiten jeden Tag auf´s neue sehr hart für den Erfolg des Konzerns. Gute Löhne sind ein Muss für gute Arbeit – das ist unsere Forderung!“

Marion Strebe, Betriebsratsvorsitzende von BLG und Mitglied der betrieblichen Verhandlungskommission sagte: „Bei BLG haben wir lange genug gewartet und zugeschaut, wie sich die Löhne und Gehälter um uns herum entwickelt haben. Wir haben ein Recht auf eine faire Bezahlung und nur mit dem Tarifvertrag kommen wir zu mehr Gerechtigkeit bei uns im Unternehmen. Dass der Arbeitgeber in Kölleda Tarifverträge nicht anwenden will, die er an anderen Standorten mit der IG Metall abgeschlossen hat, macht uns wütend. Wir wollen keinen Sonderabschlag Ost – das hatten wir in den letzten Jahren zu genüge. Wir erwarten von unserem Arbeitgeber ein deutlich verbessertes Angebot als in der zurückliegenden Verhandlung vom Dienstag letzter Woche.“

Hans-Joachim Fischer, Betriebsratsvorsitzender von GSN und Mitglied der betrieblichen Verhandlungskommission sagte: „Bislang verhält sich unser Arbeitgeber so, als würde er gar keine Lösung anstreben. Das wir nach dem Warnstreik am 21. Februar heute bereits zum zweiten Warnstreik vor das Tor gehen mussten, liegt an der bisherigen Blockade des Arbeitgebers. Uns ist klar, wenn wir am Verhandlungstisch nicht weiter kommen, dann müssen wir uns eben vor dem Werkstor treffen. GSN braucht gute Leute für die Instandhaltung bei MDC. Gute Leute gibt es aber nur für gute Löhne. Wir wollen den Tarif und sind bereit auch weiter dafür zu kämpfen.“

Arnstadt. Um 09:00 Uhr legten ca. 130 Kolleginnen und Kollegen der Thales Transportation Systems für circa eine Stunde die Arbeit nieder. Die IG Metall hatte sie zum Warnstreik aufgerufen. Thales bildet damit den Abschluss in der ersten Welle an Warnstreiks der IG Metall Erfurt.

Bernd Spitzbarth, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Erfurt sagte in seiner Rede an die Beschäftigten: „Die Arbeitgeber haben nun erst einmal Zeit über Himmelfahrt zur Besinnung zu kommen. Bleiben ernsthafte Signale aus, an den Verhandlungstisch zurückkehren zu wollen, so wird auf die erste Warnstreikwelle eine zweite Welle folgen müssen. Bislang haben sich die Arbeitgeber zu keinem weiteren Verhandlungstermin durchringen können. Das ist auch ein Signal und wenn es dabei bleibt, so werden wir entsprechend antworten.“

Bernd Gottwald, Betriebsratsvorsitzender und gewerkschaftlicher Vertrauensmann sagte zum Warnstreik: „Thales ist bislang mit dem Tarifvertrag sehr gut gefahren. Im Wettbewerb um die besten Fachkräfte ist tarifliche Entlohnung eine Grundvoraussetzung. Wenn das Unternehmen auch weiterhin die besten Beschäftigten will, so sollten sie sich tunlichst überlegen, ob sie uns in der aktuellen Tarifrunde mit einem Sparabschlag auf die wirtschaftliche Entwicklung abspeisen wollen. Wir wissen um den Wert unserer Arbeit und sind über die Jahre kampferprobt in der Durchsetzung unserer Interessen.“

Bilder vom Warnstreik bei MDC, BLG und GSN in Kölleda

Bilder vom Warnstreik bei Thales in Arnstadt

03.05.2016 |

Warnstreikwelle erreicht das Erfurter Kreuz in Arnstadt

Arnstadt. Für 13:30 Uhr hatte die IG Metall die Beschäftigten von n3, BorgWarner, MDC Technology und der Robert-Bosch-Elektronik Thüringen zum Warnstreik aufgerufen. Metallerinnen und Metaller der Solarworld Industries Thüringen, die wegen einer Bindung an einen Haustarifvertrag nicht zum Warnstreik aufgerufen waren, beteiligten sich an der Aktion. Insgesamt legten 250 Beschäftigte die Arbeit nieder. Die Arbeitsunterbrechung dauerte ca. eine Stunde.

Mit der heutigen Arbeitsniederlegung hat die IG Metall ihre Warnstreikaktivitäten auf die ersten Betriebe am Erfurter Kreuz ausgeweitet. Erstmals beteiligten sich Beschäftigte von BorgWarner, sie hatten sich 2013 die Bindung an den Flächentarifvertrag erkämpft und konnten in diesem Jahr aufgrund einer bislang geltenden betrieblichen Friedenspflicht zum ersten Mal zum Warnstreik aufgerufen werden. Ebenso beteiligten sich die Beschäftigten von MDC Technology und der Robert-Bosch-Elektronik Thüringen zum ersten Mal an den Warnstreiks der IG Metall. Dies war möglich, da die IG Metall hier die Strukturen den betrieblichen Interessenvertretungen und gewerkschaftlichen Vertrauensleute aufbauen und ausweiten konnte.

Kirsten Joachim Breuer, 2. Bevollmächtigter der IG Metall Erfurt sagte im Rahmen der Kundgebung: „Die Arbeitgeber bewegen sich mit ihren Angeboten in Trippelschritten auf uns zu. Diese Taktik ist für uns jedoch mehr als durchschaubar. Wir werden nicht akzeptieren, dass in Zeiten, in denen die Wirtschaft brummt, die Kolleginnen und Kollegen nicht angemessen beteiligt werden. Diejenigen, die heute am Verhandlungstisch argumentieren, dass sie mehr nicht zahlen könnten, beantragen morgen Sonntagsarbeit, weil sie sonst nicht wissen, wie sie die Arbeit schaffen sollen. Die IG Metall hat eine moderate Forderung erhoben, wer jedoch glaubt, dass wir damit in der Defensive wären, der irrt. Bundesweit hat diese erste Warnstreikwelle vor Himmelfahrt so viel Kraft entfaltet, dass die Arbeitgeber gut beraten wären, endlich ein verhandelbares Angebot vorzulegen.“

Sebastian Masek, Betriebsratsvorsitzender von n3 und Mitglied der Tarifkommission sagte: „Wir haben im Frühjahr eine schwierige Phase hinter uns, in der die Kolleginnen und Kollegen von n3 zu Zugeständnissen bereit waren und sich für das Unternehmen engagiert haben. Jetzt zieht die Einlastung an und jetzt ist die Zeit, um die Metallerinnen und Metaller an dem Erfolg ihres Engagements teilhaben zu lassen. `Wir für mehr´ ist für uns keine hohle Phrase. Wir haben in den letzten beiden Jahren erheblich zum Geschäftsergebnis beigetragen und wir wollen nicht mehr und nicht weniger, als unseren fairen Anteil.“ 

Andreas Eifert, Betriebsratsvorsitzender von BorgWarner und Mitglied der Tarifkommission sagte: „Wir haben uns vor drei Jahren den Flächentarifvertrag sehr hart erkämpfen müssen. Damit wollten wir auf Augenhöhe am unternehmerischen Erfolg beteiligt werden. Wir werden heute nicht akzeptieren, dass uns unser gerechter Anteil vorenthalten wird. Wir waren damals bereit, für unser Recht zu kämpfen und sind es heute auch wieder. Wir leisten gute Arbeit und dafür fordern wir eine gute Entlohnung.“

03.05.2016 |

IG Metall Nordhausen weitet Warnstreiks aus

Beschäftigte bei Sumitomo DEMAG legen die Arbeit nieder

Nachdem letzten Freitag die erste Warnstreikwelle in der Metall- und Elektroindustrie begann, haben heute auch die Beschäftigten von Sumitomo DEMAG in Wiehe für eine Stunde ihre Arbeit niedergelegt.

Ab 06:30 Uhr traten rund 120 Beschäftigte der Früh- und Nachtschicht bei dem Maschinenbauer in den Warnstreik. Sie dokumentierten damit ihren Unmut über die verfahrene Situation in den Tarifverhandlungen zwischen ihrer Gewerkschaft und dem Arbeitgeberverband. Während die IG Metall sich in diesem Jahr auf eine reine Entgeltrunde und die Forderung um 5 Prozent mehr Entgelt verständigt hat, legten die Arbeitgeber mit einem Angebot von 2,1 Prozent mehr Entgelt auf zwei Jahre und einer Einmalzahlung von 0,3 Prozent ihr historisch schlechtes Angebot vor.

Alexander Scharff, 2. Bevollmächtigte der IG Metall Nordhausen, war bei Sumitomo vor Ort. Er kritisiert, dass die Arbeitgeber mit dem bislang vorgelegten Angebot den Beschäftigten eine Ohrfeige verpasst hätten: „In einer der wirtschaftlich stärksten Zeiten und nach fetten Jahren machen sie ein historisch niedriges Angebot. Das werden sich die Kolleginnen und Kollegen nicht gefallen lassen. Die Arbeitgeber brauchen scheinbar den Druck der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, den wir ihnen mit weiteren starken Warnstreikwellen bescheren werden.“

Nicht anders sehen es die Kolleginnen und Kollegen in dem Nordhäuser Unternehmen. Während des Warnstreiks wurde die Forderung nach einer fairen Entgelterhöhung laut, die den Beschäftigten am Erfolg des Unternehmens und der Branche teilhaben lässt. „Wir erwarten ein verhandlungswürdiges Angebot der Arbeitgeber, das berücksichtigt, dass die Lohnstückkosten Deutschlands jahrelang weit unter der der Euro- aber auch EU-Länder lag,“ sagte Wolfgang Henze, Betriebsratsvorsitzender und Ortsvorstandsmitglied der IG Metall.

02.05.2016 |

Warnstreik bei Schuler in Erfurt

Zum Mittag rief die IG Metall die Beschäftigten der Schuler Presen GmbH in Erfurt zum Warnstreik auf. Es beteiligten sich ca. 250 Kolleginnen und Kollegen. Die Arbeiten im Werk kamen für circa eine Stunde zum Erliegen.

Mit dem Warnstreik am Morgen bei Hydrema in Weimar und mittags in Erfurt hat die IG Metall ihre Warnstreiks in den tarifgebundenen Unternehmen fortgesetzt, nach dem am vergangenen Donnerstagabend in der dritten Tarifverhandlung in Erfurt kein Durchbruch erzielt werden konnte. Diese Warnstreiks sind Teil einer ersten Warnstreikwelle, in der die IG Metall Erfurt alle tarifgebundenen Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie Thüringens einbezieht. Am heutigen Abend trifft sich in Frankfurt die tarifliche Verhandlungskommission, um das weitere Vorgehen in der Tarifauseinandersetzung zu besprechen.

„Mit dieser ersten Welle an Warnstreiks untermauern die Metallerinnen und Metaller, dass sie mit dem zweiten Angebot des Arbeitgeberverbandes nicht zufrieden sind. Die angebotenen 2,1 Prozent für eine Laufzeit von 24 Monaten sind kein Angebot, sondern eine Provokation. Eine derart geringe Erhöhung der Entgelte ist vor dem Hintergrund der vergangenen beiden wirtschaftlich sehr guten Jahre nicht akzeptabel. Auch die Prognose für die wirtschaftliche Entwicklung in 2016 rechtfertigt keine derartige Zurückhaltung. Wir werden wenn nötig den Druck weiter erhöhen. Die Kolleginnen und Kollegen haben heute verdeutlicht, dass sie bereit sind, für eine angemessene Erhöhung der Entgelte zu kämpfen. Steigende gesamtwirtschaftliche Gewinne und Magerkost für die Beschäftigten vertragen sich nicht.“ so Bernd Spitzbarth, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Erfurt. 

Bernd Ludwig, Betriebsratsvorsitzender und gewerkschaftlicher Vertrauensmann bei Schuler in Erfurt sagte: „Schuler befindet sich derzeit in einem Umbau seiner Strukturen. Die Basis für unternehmerischen Erfolg sind jedoch nicht nur arbeitsfähige Unternehmensstrukturen sondern gut ausgebildete und motivierte Beschäftigte. Die Kolleginnen und Kollegen bei Schuler haben die Entscheidung zum Konzernumbau nicht getroffen. Wenn der Arbeitgeber künftig plant, in Erfurt das Kompetenzzentrum für die Herstellung von Großpressen anzusiedeln, so ist es wichtig, dass er dafür auch auf seine Mannschaft bauen kann. Dazu bedarf es einer Steigerung der Entgelte, um die Metallerinnen und Metaller am Erfolg der Branche zu beteiligen. Gute Arbeit braucht motivierte Beschäftigte. Magerkost, wie von den Arbeitgebern vorgeschlagen, motiviert niemanden zu Höchstleistungen.“

Gabor Nemes, Sprecher der IG Metall-Vertrauensleute bei Schuler sagte: „Die Metallerinnen und Metaller bei Schuler wissen um ihre Stärke. Wir haben einen sehr guten gewerkschaftlichen Organisationsgrad. Wenn die Arbeitgeber sich in den Verhandlungen nicht bewegen, so haben wir unsere Hausaufgaben gemacht, um für eine gerechte Lohnentwicklung zu kämpfen. Der heutige Warnstreik war nur ein erster Nadelstich. Wenn nötig, so können wir noch gerne noch eine Schippe nachlegen.“

02.05.2016 |

IG Metall Erfurt setzt Warnstreiks in Weimar fort

Weimar. Am frühen Montagmorgen legten in Erfurt ca 80 Kolleginnen und Kollegen von Hydrema in Weimar für ca. eine Stunde die Arbeit nieder. Damit beteiligten sich alle Beschäftigten der Früh- und Nachtschicht an dem Warnstreik der IG Metall.

Mit der Aktion hat die IG Metall ihre Warnstreiks in den tarifgebundenen Unternehmen fortgesetzt, nach dem am vergangenen Donnerstagabend auch in der dritten Tarifverhandlungen in Erfurt kein Durchbruch erzielt werden konnte. Diese Warnstreiks sind Teil einer ersten Warnstreikwelle, in der die IG Metall Erfurt alle tarifgebundenen Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie einbezieht. Am Dienstagabend trifft sich in Frankfurt die tarifliche Verhandlungskommission, um das weitere Vorgehen in der Tarifauseinandersetzung zu besprechen.

„Mit dieser ersten Welle an Warnstreiks untermauern die Metallerinnen und Metaller, dass sie mit dem zweiten Angebot des Arbeitgeberverbandes nicht zufrieden sind. Die angebotenen 2,1 Prozent für eine Laufzeit von 24 Monaten sind kein Angebot, sondern eine Provokation. Eine derart geringe Erhöhung der Entgelte ist vor dem Hintergrund der vergangenen beiden wirtschaftlich sehr guten Jahre nicht akzeptabel. Auch die Prognose für die wirtschaftliche Entwicklung in 2016 rechtfertigt keine derartige Zurückhaltung. Wir werden wenn nötig den Druck weiter erhöhen. Die Kolleginnen und Kollegen haben heute verdeutlicht, dass sie bereit sind, für eine angemessene Erhöhung der Entgelte zu kämpfen. Steigende gesamtwirtschaftliche Gewinne und Magerkost für die Beschäftigten vertragen sich nicht.“ so Bernd Spitzbarth, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Erfurt.

Michael Rost, Betriebsratsvorsitzender und gewerkschaftlicher Vertrauensmann bei Hydrema sagte: „Die Kolleginnen und Kollegen bei Hydrema leisten sehr gute Arbeit. Jahr für Jahr stellen wir das unter Beweis. So haben wir in Weimar in den zurückliegenden Jahren das Auftragsvolumen in ausgezeichneter Qualität bewältigt. Meine Kolleginnen und Kollegen wollen an dem Erfolg ihrer Arbeit beteiligt werden, wenn dies auf dem Verhandlungsweg nicht geht, so sind wir auch bereit, Druck auszuüben.“

Eindrücke vom Warnstreik bei Hydrema

Eindrücke vom Warnstreik bei Hydrema

29.04.2016 |

Warnstreikwelle in Erfurt beginnt bei SIEMENS

Warnstreikwelle beginnt bei SIEMENS - Kolleginnen und Kollegen der SIEMENS Niederlassung und von Bosch Sicherheitssysteme beteiligten sich

Am frühen Freitagmorgen legten in Erfurt circa 250 Beschäftigte vom SIEMENS Generatorenwerk, der SIEMENS Niederlassung und von Bosch Sicherheitssysteme die Arbeit vorübergehend nieder. Der Warnstreik dauerte etwa eine Stunde. Die heutige Aktion bildete den Auftakt für die erste Welle von Warnstreiks, nachdem die Verhandlungen mit den Arbeitgebern am Donnerstagabend ergebnislos abgebrochen wurden.

„Die Beschäftigten machten nach der gestrigen dritten erfolglosen Verhandlungsrunde mit ihrem heutigen Warnstreik deutlich, dass man so nicht mit ihnen umgehen kann. Mit dem Warnstreik machten sie ihrem Unmut über die provokante Verhaltensweise der Arbeitgeber Luft und unterstrichen, dass sie hinter der Forderung ihrer IG Metall stehen,“ so Bernd Spitzbarth, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Erfurt.

„Mit dem ersten Angebot von 0,9 Prozent Entgelterhöhung und einer 0,3 prozentigen Einmalzahlung für Betriebe, denen es gut geht, haben die Arbeitgeber eine neue Qualität der Provokation in die Tarifverhandlungen der Metall- und Elektro-Industrie eingebracht. Mit dem gestrigen Angebot in der dritten Verhandlungsrunde von 2,1 Prozent im Volumen für eine Laufzeit von 24 Monaten wird es nicht besser. Die Arbeitgeber holen damit zur zweiten Ohrfeige gegen die Beschäftigten aus. Das veranlasst uns, die Warnstreikplanungen auszuweiten,“ so Spitzbarth in seiner Rede an die Streikenden.

Spitzbarth sagte weiter: „Wir machen heute deutlich, dass wir es mit unserer Forderung ernst meinen. Die Menschen haben ein Recht darauf, am Erfolg ihrer Arbeit fair beteiligt zu werden. Wer sich gegen eine angemessene Entgelterhöhung für die Beschäftigten stellt, stellt sich damit auch gegen eine Stabilisierung der guten wirtschaftlichen Situation. Ohne eine ausreichende Binnennachfrage wird es keine wirtschaftliche Stabilität geben. Die Aktionäre der Unternehmen in der Branche erhalten mehr Dividende, als eine fünfprozentige Entgelterhöhung für die rund 3,8 Millionen bundesweit Beschäftigten kosten würde. Es ist den Menschen nicht zu vermitteln, dass Höhenflüge für die Renditen durch Einschnitte in die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Beschäftigten finanziert werden sollen. Das ist mit uns nicht zu machen.“

Seinen Unmut brachte Mario In der Au, Betriebsratsvorsitzender des Siemens Generatorenwerks und Mitglied der tariflichen Verhandlungskommission zum Ausdruck: „Unsere Kolleginnen und Kollegen leisten sehr gute Arbeit. Nur wenn es um die Beteiligung geht, dann stimmen die Arbeitgeber in das Klagelied des Thüringer Arbeitgeberverbandes ein. Hier erwarten wir einen Paradigmenwechsel. Wer den sozialen Frieden auf dem Papier fordert, der muss mit verhandelbaren Angeboten und nicht mit Provokationen an den Verhandlungstisch kommen. Wer Streit sucht, kann ihn haben. Wir sind bereit.“

29.04.2016 |

Warnstreikwelle beginnt in Gerbershausen

Beschäftigte bei der NORMA Germany in Gerbershausen legen Arbeit nieder

Alle Beschäftigten der Nachtschicht legten pünktlich mit ihren Kollegeninnen und Kollegen aus Maintal um Mittenacht die Arbeit für über eine Stunde nieder. Damit machten sie ihrem Unmut über die provokante Verhaltensweise der Arbeitgeber Luft und unterstrichen, dass sie hinter ihren Forderungen stehen. Die IG Metall fordert eine 5 prozentige Entgelterhöhung.

Mit dem ersten Angebot von 0,9 Prozent Entgelterhöhung und einer 0,3 prozentigen Einmalzahlung für Betriebe, denen es gut geht, haben die Arbeitgeber eine neue Qualität der Provokation in die Tarifverhandlungen der Metall- und Elektroindustrie eingebracht. Mit dem gestrigen Angebot in der dritten Verhandlungsrunde, 2,1Prozent im Volumen auf 24 Monate, wird es nicht besser. Mit dem „Angebot“ hohlen die Arbeitgeber zur zweiten Ohrfeige gegen die Beschäftigten aus. Das veranlasst die Metallerinnen und Metaller, ihre Warnstreikplanung zu erweitern.

Bernd Spitzbarth, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Nordhausen, sagte dazu: „Wir machen heute deutlich, dass wir es mit unseren Forderungen ernst meinen. Die Menschen haben ein Recht darauf, am Erfolg ihrer Arbeit angemessen beteiligt zu werden. Wer sich gegen eine angemessene Entgelterhöhung für die Beschäftigten stellt, stellt sich auch gegen eine Stabilisierung der guten wirtschaftlichen Situation. Ohne eine ausreichende Binnennachfrage wird es keine wirtschaftliche Stabilität geben. Die Aktionäre allein erhalten mehr Dividende als die 5 Prozent Entgelterhöhung der rund 3,8 Millionen Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie kostet. Das kann man den Menschen nicht mehr erklären. Höhenflüge für Renditen - Lebensqualitätsabsenkung für die Beschäftigten, das ist mit uns nicht zu machen.“

Seinen Unmut brachte Swen Niekler, Vertrauensmann und Ortsvorstandsmitglied für die Beschäftigten, zum Ausdruck. „Seit Jahren sind wir mit unseren Produkten an der Weltspitze. Unsere Kolleginnen und Kollegen leisten gute Arbeit. Nur wenn es um die Beteiligung geht, dann stimmen auch die Arbeitgeber im Klagelied des Thüringer Arbeitgeberverbandes mit ein. Hier erwarten wir einen Paradigmenwechsel. Wer den sozialen Frieden auf dem Papier fordert, der muss mit verhandelbaren Angeboten und nicht mit Provokationen an den Verhandlungstisch kommen. Wer Streit sucht, kann ihn haben, wir sind bereit.“

Metall- und Elektroindustrie

Auftakt der Tarifverhandlungen für Thüringen

Etwa 200 Metallerinnen und Metaller aus ganz Thüringen sind am 22. März in Erfurt auf die Straße gegangen. Anlass war der Start der Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie, direkt von den Verhandlungen betroffen sind rund 17.000 Beschäftigte im Freistaat. Hinzu kommen nach Angaben der IG Metall über 3.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Unternehmen mit einem Anerkennungstarifvertrag. Die IG Metall fordert eine Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen um 5 Prozent. Nach knapp zwei Stunden wurde die Verhandlung ohne Annährung vertagt. „Fünf Prozent mehr – das ist eine sehr gut begründete und gerechtfertigte Forderung“, sagte Jörg Köhlinger, Bezirksleiter der IG Metall Mitte. „Die wirtschaftliche Situation ist insgesamt stabil. Es geht den meisten Unternehmen gut, alle wirtschaftlichen Prognosen für Thüringen weisen das auch für die Zukunft aus.“ Erst vor wenigen Wochen habe das Wirtschaftsministerium eine überdurchschnittliche Entwicklung der Thüringer Industrie für 2016 prognostiziert.
„Statt über zu hohe Kosten zu schwadronieren, sollten die Arbeitgeberverbände besser zügig ein vernünftiges Angebot vorlegen“, so der IG Metall-Bezirksleiter. „Wir würden gern sehr schnell in konstruktive Verhandlungen einsteigen. Bislang fühlt man sich angesichts der Schwarzmalerei der Arbeitgeber eher an eine Geisterbahnfahrt erinnert.
Die zweite Verhandlung für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie Thüringen ist am Montag, 18. April in Jena. Die Entgelt-Tarifverträge sind zum 31. März 2016 gekündigt. Dann endet in Thüringen auch die Friedenspflicht.

Auftakt am 22. März 2016 in Erfurt

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