15.06.2017 |

Ratgeber

Tipps für Ferienbeschäftigte

Copyright: PantherMedia / Phovoi R.

Sommerzeit ist Ferienjobzeit. Anstatt auf der faulen Haut zu liegen, verdienen sich viele Schülerinnen, Schüler und Studierende lieber ein bisschen Geld hinzu und sammeln dabei gratis noch wertvolle soziale Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag. Doch die Arbeitswelt ist in Deutschland streng geregelt, auch Ferienjobs. Was Schülerinnen, Schüler und Studierende bei Ferienjobs beachten sollten:

 

Alter und Arbeitszeiten

Arbeiten dürfen Jugendliche ab 15 Jahren. Wenn sie noch zur Schule gehen, maximal vier Wochen pro Jahr. Wer noch keine 18 ist, darf nicht am Wochenende und nach 20 Uhr arbeiten. Schwere körperliche und gefährliche Arbeit ist in diesem Alter ebenfalls tabu.

Steuern und mehr

Studierende, die nebenbei jobben, müssen verschiedene Grenzen beachten. Bei Ferienjobs bleiben sie von der Sozialversicherungspflicht befreit, wenn sie innerhalb eines Jahres maximal drei Monate oder 70 Tage arbeiten. Ledige zahlen ab einem Jahreseinkommen von 8.354 Euro Steuern (Grundsteuerfreibetrag).

Wer unterhalb der Grenze liegt und Steuern gezahlt hat, bekommt sie mit dem Lohnsteuerjahresausgleich zurück. Ein Antrag lohnt sich auch bei höheren Einkommen, da andere Kosten den Freibetrag erhöhen können. Das Einkommen kann sich auf andere Leistungen auswirken. Beim BAföG liegt die Hinzuverdienstgrenze beispielsweise bei 406,66 Euro im Monat (4.880 Euro je Bewilligungszeitraum von zwölf Monaten).

Verdient man dauerhaft mehr, droht die Kürzung. Keine Rolle spielt das Einkommen dagegen seit 2012 beim Kindergeld.

Mehr für Gewerkschaftsmitglieder

Schülerinnen, Schüler und Studierende, die Mitglied der IG Metall sind, dürfen in Betrieben, die an die Metall-Tarife gebunden sind, nicht mit Billiglöhnen abgespeist werden. Sie haben genauso wie die festangestellte Belegschaft Anspruch auf Tarifentgelt. Die Metalltarife gelten zum Beispiel in Metallbetrieben, wie Autowerken, in Stahlwerken, Textil- und Bekleidungsfirmen.

Wenn der Ferienjob mindestens einen (Kalender-)Monat dauert, stehen den Gewerkschaftsmitgliedern außerdem nicht nur die zwei Urlaubstage zu, die das Gesetz vorschreibt, sondern drei.

Wer zwei Monate jobbt, hat fünf Urlaubstage statt der gesetzlichen drei. Das alles ist nicht umsonst, ist aber auch nicht teuer - gemessen daran, was dafür geboten wird: Der Gewerkschaftsbeitrag beträgt ein Prozent des Bruttoverdienstes. Wer danach in der IG Metall bleibt, zahlt als Schüler*in oder Studierende*r nur 2,05 Euro im Monat.

Die IG Metall bietet weitere Vorteile für ihre Mitglieder:

  • Beratung zur Studienfinanzierung, z.B. BAföG und Stipendium
  • Rechtsschutz in arbeits- und sozialrechtlichen Fällen
  • Kostenfreie Seminare zum Thema Berufseinstieg, Zeitmanagement und politischen Themen
  • Informationen und Tipps zu den Themen Einstiegsgehälter und Arbeitsvertrag
  • Informationen zu Praktikumsplätzen über unser großes Betriebsrätenetzwerk
  • Studierendenmagazin »Die Schnittstelle«
  • Freizeitunfallversicherung (ab einem Jahr Mitgliedschaft)
  • Freikarten für die CeBIT und Hannover-Messe
  • Die Möglichkeit, sich in der IG Metall zu engagieren

Rund 22.000 Studentinnen und Studenten, die an ihre berufliche Zukunft denken, sind schon in der IG Metall

Weitere Infos unter:

www.hochschulinformationsbuero.de

Den Flyer »Ferienbeschäftigung« mit vielen wertvollen Tipps könnt ihr direkt hier bestellen:

www.igmetall.de/urlaub

11.01.2017 |

Neues Jahr - neues Glück - neue Gesetze

Das ändert sich 2017 für Beschäftigte und Sozialversicherte

Falko Matte / Panthermedia.net

Mindestlohn steigt

Der gesetzliche Mindestlohn steigt erstmals zum 1. Januar um 34 Cent auf 8,84 Euro brutto pro Stunde. Den Mindestlohn erhalten alle volljährigen Arbeitnehmer, mit Ausnahme von Langzeitarbeitslosen in den ersten sechs Monaten nach Wiederaufnahme einer Beschäftigung.

 

Hartz IV wird erhört

Zum Jahresbeginn steigt der Hartz IV-Regelsatz für Alleinstehende von 404 auf 409 Euro pro Monat. Die Grundsicherung für Kinder zwischen 6 und 13 erhöht sich um 21 auf 291 Euro. Der Regelsatz für Kinder bis zu sechs Jahre bleibt bei 237 Euro im Monat. Jugendliche bis 18 Jahren erhalten ab Januar dann 311 Euro (bisher 306).

Neue Verkehrsregeln

Auch beim Verkehr ändert sich 2017 einiges. So gibt es eine neue Regelung zu Rettungsgassen: Sobald Autos mit Schrittgeschwindigkeit fahren oder es Stillstand gibt, müssen sie eine Rettungsgasse zwischen der äußersten linken Spur und der unmittelbar rechts daneben bilden. Bei drei oder vier Spuren fahren also die Autos auf dem linken Streifen nach links und alle anderen nach rechts. Bisher sollte etwa bei vier Spuren die Gasse in der Mitte gebildet werden.

Eltern mit Kleinkindern mussten bisher auf dem Radweg oder der Straße fahren, während das Kind auf dem Fußgängerweg fahren sollte. Das ändert sich – nun dürfen auch die Eltern den Fußweg nutzen.

Radfahrer müssen sich 2017 nach den Ampel-Lichtzeichen der Autofahrer richten. Bisher galten für sie die Regeln der Fußgängerampeln. Auf gekennzeichneten Radwegen gelten die besonderen Lichtzeichen für den Radverkehr.

Grundfreibetrag steigt

Durch den Grundfreibetrag soll das Existenzminimum der Bundesbürger steuerfrei bleiben. Erst bei Einkünften nach dieser Grenze wird eine Einkommenssteuer fällig. Bisher liegt er bei 8.742 Euro für Ledige und 16.944 Euro für zusammen veranlagte Verheiratete. Ab 2017 wird der Freibetrag um 168 Euro erhöht.

Strom wird teurer

Verbraucher müssen 2017 für Strom tiefer in die Tasche greifen. Die Ökostrom-Umlage (EEG) steigt von 6,35 Cent auf 6,88 Cent pro Kilowattstunde. Die Umlage zahlen Verbraucher über die Stromrechnung. Die EEG-Umlage wird als Differenz zwischen dem Preis, den Stromerzeuger für ihren Strom bekommen, und den garantierten Abnahmepreisen für Ökostrom berechnet. Auch die Kosten für die Stromnetze werden teurer, was Versorger an den Endverbraucher weitergeben. Schätzungen gehen davon aus, dass der Strom pro Haushalt um 50 Euro teurer werden könnte.

Krankenversicherung kann teurer werden

Auf gesetzlich Krankenversicherte könnten 2017 spürbar höhere Beiträge zukommen. Der Spitzenverband sagte einen Anstieg des durchschnittlichen Zusatzbeitrags um bis zu 0,3 Prozentpunkte auf dann rund 1,4 Prozent vom Einkommen voraus. Privatversicherte müssen mit noch heftigeren Beitragssteigerungen rechnen. Einige Krankenkassen haben ihre Mitglieder bereits über die neuen Beiträge informiert, andere warten damit bis zum Ende des Jahres.

Anstieg bei der Rente

Rentnerinnen und Rentner können in diesem Jahr mit einem Plus von bis zu 2,0 Prozent rechnen – im Zuge der Angleichung von Ost zu West, steigt die Ost-Rente wieder etwas mehr als im Westen. Die genauen Werte stehen laut des Präsidenten der Rentenversicherung Bund, Axel Reimann, erst im Frühjahr dieses Jahres fest.  

Künftig höherer Steueranteil bei der Rente

Wer 2017 in Rente geht, muss dann 74 Prozent seiner Rente versteuern. Bisher lag der steuerpflichtige Anteil bei 72 Prozent.

Flexi-Rente

Die umstrittene Flexi-Rente kommt. Künftig kann dann eine neu eingeführte Teilrente mit Teilzeitarbeit kombiniert werden. Das soll Anreiz bieten, länger zu arbeiten. Zudem darf, wer mit 63 Jahren in Teil-rente geht, künftig mehr hinzuverdienen. Bislang drohten Rentenkürzungen von bis zu zwei Dritteln, wenn der Hinzuverdienst mehr als 450 Euro im Monat betrug. Ab Juli 2017 können Rentner jährlich 6.300 Euro hinzuverdienen. Darüber liegende Verdienste werden zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet.

Mindestunterhalt soll steigen

Alleinerziehende Mütter oder Väter sollen künftig besser abgesichert sein, wenn der andere Elternteil Unterhalt für das gemeinsame Kind verweigert. Der sogenannte „Unterhaltsvorschuss“ wird ausgeweitet. Die Gesetzespläne sehen außerdem vor, die Begrenzung der Bezugsdauer auf sechs Jahre abzuschaffen und die Altersgrenze der Kinder von bisher 12 auf dann 18 Jahre zu erhöhen.

Neuregelung bei der Steuererklärung

Für die Abgabe ihrer Steuererklärung hat man künftig zwei Monate mehr Zeit. Der späteste Abgabetermin wird auf den 31. Juli festgelegt. Belege müssen dann nicht mehr eingereicht, sondern nur noch auf-gehoben werden. Aber: Wer seine Steuererklärung nicht innerhalb der vorgesehenen Frist abgibt, muss künftig 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer, mindestens 25 Euro pro Monat, Verspätung zahlen. Die Obergrenze für den Verspätungszuschlag beträgt 25.000 Euro.

Höhere Umzugspauschale: Ab Februar höhere Beträge absetzbar

Wer berufsbedingt umziehen muss, kann die Kosten dafür von der Steuer absetzen. Im Februar 2017 erhöhen sich die Beträge für die Umzugspauschale.

Absetzbarer Betrag für Vorsorgeaufwand steigt

Im kommenden Jahr können Steuerzahler mehr Vorsorgeaufwendungen als Sonderausgaben beim Finanzamt geltend machen. Der absetzbare Betrag steigt von 82 auf 84 Prozent. Zu den absetzbaren Kosten gehören etwa die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung oder zu den berufsständischen Versorgungswerken.

Neuerungen bei der Pflegereform

Erstmals erhalten ab kommendem Jahr alle Pflegebedürftigen gleichberechtigt Zugang zu den Leistungen der Pflegeversicherung – egal, ob sie von körperlichen, psychischen oder kognitiven Beeinträchtigungen betroffen sind. Anstelle der bisherigen drei Pflegestufen gibt es künftig fünf Pflegegrade. Der jeweilige Grad wird auf der Grundlage eines neuen Begutachtungsverfahrens ermittelt. Der Hilfsbedarf, den jemand hat, wird künftig nicht mehr in Minuten gemessen, sondern soll sich nach dem Grad der Selbstständigkeit des Menschen richten: Wie sehr ist er auf Hilfe von anderen angewiesen, wie gut kann er sein Leben noch alleine führen? Dabei spielen sechs Bereiche eine Rolle: Mobilität, geistige und kommunikative Fähigkeiten, Verhalten, Selbstversorgung, Umgang mit Erkrankungen und Belastungen sowie soziale Kontakte. Für jeden werden abhängig vom Ausmaß der Beeinträchtigung Punkte vergeben. Sie werden am Ende gewichtet und addiert. Von der Gesamtpunktezahl hängt ab, in welchen Pflegegrad ein Betroffener eingestuft wird. Eine Zurückstufung für Pflegebedürftige soll es nicht geben.

Fernsehen: DVB-T wird abgeschaltet

Am 29. März 2017 wird das Signal von DVB-T auf den neuen Standard DVB-T2 HD umgestellt. Wer da-für nicht vorgesorgt hat, wird dann über das digitale Antennen-Fernsehen keinen Empfang mehr haben. Außerdem wird zukünftig zahlen müssen, wer Privatsender schauen will.

 

Der Text wurde größtenteils übernommen aus dem Newsletter des DGB Rheinland-Pfalz/ Saarland, Dezember 2016.

28.09.2016 |

Bildungsfreistellung in Thüringen

Urlaub - auch für den Kopf

In Thüringen ist am 1. Januar 2016 das Bildungsfreistellungsgesetz in Kraft getreten. Nachdem im Juli auch die Durchführungsverordnung zum Bildungsfreistellungsgesetz erlassen wurde, sind jetzt die ersten Bildungsmaßnahmen im Sinne des Gesetzes durch das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport anerkannt und zugestellt.

Damit ist der Weg für Arbeitnehmerweiterbildung in Thüringen nach langen Auseinandersetzungen endlich frei und in den Betrieben können, für durch das Ministerium anerkannte Bildungsmaßnahmen, Freistellungsanträge gestellt werden.

Dass nicht alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einen Anspruch auf Bildungsfreistellung von fünf Tagen haben, sieht Bernd Spitzbarth, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Erfurt und Nordhausen kritisch. Dabei verweist er auf die Differenzierung nach Betriebsgrößen, den Ausschluss von Betrieben mit einer Beschäftigtenzahl von bis zu fünf Beschäftigten und den reduzierten Anspruch von bis zu drei Tagen bei den Auszubildenden. Dass nicht genehmigte, bzw. abgelehnte Anträge in das kommende Kalenderjahr übertragen werden, wird ausdrücklich begrüßt. „Wir erwarten nun, dass die Umsetzung im Betrieb durch die Arbeitgeber und Betriebsräte gefördert und die Bildungsfreistellung zum festen Bestandteil der betrieblichen Personalentwicklungsplanung wird,“ bekräftigt Bernd Spitzbarth.

Weitere Informationen und Unterstützung erhalten Mitglieder der IG Metall in ihrer Geschäftsstelle. Einen Flyer als Aushang für euren Betrieb und das vom Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport empfohlene Antragsformular für Bildungsfreistellung findet ihr bereits hier. Genau so wie die IG Metall-Bildungsprogramme 2017.

16.06.2016 |

Notfallunterstützung

Unwetterserie über Deutschland – die IG Metall hilft

Überschwemmung in Uder, Nähe Heilbad Heiligenstadt

Die aktuelle, anhaltende Überschwemmungskatastrophe trifft die Menschen hart. Wir haben die jüngsten Bilder aus Süddeutschland aber auch aus dem Ilmkreis, aus Suhl und dem Landkreis Nordhausen vor Augen. Das teilweise existenzbedrohende Ausmaß der Katastrophe macht eine unkomplizierte und vor allem solidarische finanzielle Unterstützung erforderlich. Die Satzung der IG Metall sieht für derart außergewöhnliche Fälle eine Notfallunterstützung für ihre Mitglieder vor.

Analog zur Situation des Hochwassers im Jahr 2013 wird, vorbehaltlich der Zustimmung des Vorstands, eine Soforthilfe für besonders betroffene Mitglieder in Höhe einer Einmalzahlung von

· 500 EUR bei einer nachgewiesenen Sachschadenshöhe von über 5.000 EUR,

· 750 EUR bei einer nachgewiesenen Sachschadenshöhe von über 10.000 EUR

und

· 1.000 EUR bei einer nachgewiesenen Sachschadenshöhe von über 20.000 EUR

festgelegt.

Die Sachschadenshöhe ist in einem vereinfachten Antragsverfahren bei den Geschäftsstellen der IG Metall Erfurt oder Nordhausen nachzuweisen.

Damit hoffen wir, den betroffenen Metallerinnen und Metallern in ihrer schwierigen Situation im Rahmen obiger Regelung eine unkomplizierte Unterstützung gewähren zu können. Bei Fragen beraten alle Kolleginnen und Kollegen der IG Metall Erfurt und Nordhausen.

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Die IG Metall in Erfurt und Nordhausen

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