SPD-Wirtschaftspolitiker Lemb empört über Zustände in Thüringer Gebäudereinigungsfirmen
Politik gegen Lohndumping weiter voran treiben
Erschüttert zeigt sich Wolfgang Lemb, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, von den heute bekannt gewordenen Zuständen in Thüringer Gebäudereinigungsbetrieben. „Die Feststellung des Zolls, wonach in zehn von 80 überprüften Thüringer Reinigungsfirmen nicht der in dieser Branche gesetzlich festgeschrieben Mindestlohn von sieben Euro gezahlt werde, ist ein erneutes trauriges Beispiel für Lohndumping in der Praxis. Neben einem entschiedenen Vorgehen der Behörden gegen die betreffenden Unternehmen ist es weiter notwendig, politisch gegen Lohndumping vorzugehen“, so Lemb. Wirtschaftsminister Machnig gehe hier mit gutem Beispiel voran, indem er etwa durch die neue GRW-Richtlinie die Ausuferung der Leiharbeit zu bekämpfen versucht. Die Richtigkeit und Notwendigkeit dieser Maßnahme habe auch die kritische Haltung der Mehrheit der Fraktionen im Thüringer Landtag zu einem FDP-Antrag gezeigt, der eine „mittelstandsfreundlichere Gestaltung“ dieser Richtlinie fordert. „Eine Aufweichung der GRW-Richtlinie, wie von der FDP-Fraktion gefordert, würde dem Lohndumping weiter Tür und Tor öffnen“, ist sich Lemb sicher. Das sei mit der SPD-Fraktion nicht zu machen.
Außerdem sei auch in der Aktuellen Stunde auf Antrag der CDU-Fraktion am Mittwoch zum Thema „Guter Lohn für gute Arbeit“ deutlich geworden, dass die große Mehrheit der Fraktionen im Thüringer Landtag für höhere Löhne in Thüringen streite. Einzig die FDP sperre sich weiter gegen eine Lohnangleichung.
Der Wirtschaftspolitiker nimmt die aufgedeckten Zustände zudem zum Anlass, um die SPD-Forderung nach einem flächendeckenden Mindestlohn zu wiederholen: „Ein Mindestlohn von 8,50 Euro in allen Branchen ist das wirksamste Instrument gegen Lohndumping und würde Milliarden in die klammen Staatskassen spülen.“ Lemb kündigt in diesem Zusammenhang eine Initiative im Thüringer Landtag an, um weitere konkrete Maßnahmen zur Erreichung dieses Ziels auf den Weg zu bringen.
4. Jahrestag der Rente mit 67
Ältere haben kaum eine Chance - Kritik an der Rente 67
Am 09. März 2007 wurde im Deutschen Bundestag die Rente mit 67 beschlossen. Aus diesem Anlass hat die IG Metall im Bezirk Frankfurt die Einstellungspraxis der Metall- und Elektrounternehmen überprüft.
Die Betriebe der Metall- und Elektroindustrie stellen kaum Menschen ein, die älter als 50 Jahre sind. Das ergab eine Umfrage der IG Metall im Bezirk Frankfurt (zuständig für Hessen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Thüringen), an der 350 Betriebe mit über 160.000 Beschäftigten teilgenommen haben.
Arbeitsbelastungen und Überstunden nehmen zu
Gute Arbeit als Krisenopfer

Nach der Krise wächst in vielen Betrieben der Arbeits-und Leistungsdruck: Die Arbeitgeber stellen trotz des Aufschwungs keine neuen Leute fest ein. Leiharbeit und Überstunden nehmen zu. Die Folge: Die Zahl psychischer und psychosomatischer Erkrankungen nimmt zu. In einigen Betrieben des Bezirks liegt der Krankenstand bei über 25%.
Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied bei der IG Metall sieht steigende Arbeitsbelastung und Überstunden als eine Krisenfolge. Viele Arbeitgeber verweigern eine Mitarbeit an einer Initiative der Humanisierung der Arbeit. Viele wollen keine gute Arbeit für ihre Belegschaften. Weitere Informationen zu diesem Thema unter www.denk-doch-mal.de
Wirtschaft politisch-ökonomisch gestalten
Der Ökonom Rudolf Hickel fordert 2011 einen Kurswechsel
Für den Ökonom Rudolf Hickel stehen 2011 zwei Forderungen an erster Stelle: die Einführung von gesetzlichen Mindestlöhnen sowie eine expansive Lohnpolitik, die auch zu einer effektiven Steigerung der Erwerbseinkommen führen muss. Auch im Staatshaushalt ist in 2011 ein Kurswechsel erforderlich. Die Bundesregierung sollte anstatt die Konjunktur zu belasten und die öffentliche Armut zu steigern ein mittelfristig ausgerichtetes Zukunftsinvestitionsprogramm auflegen. Diese Stärkung der Aufschwungkräfte würde durch eine Verbesserung der öffentlichen Infrastruktur im Bildungs-, Energie- und Verkehrsbereich fundiert.
Informationen zu sozialpolitischen Themen
Wissenswertes unter Denk-doch-mal.de
Demografische Entwicklung, Fachkräftemangel, Rente mit 67 Belastungen am Arbeitsplatz. Wer interessante und informative Beiträge zu diesen Themen und mehr sucht, wird sicherlich unter www.denk-doch-mal.de fündig
DGB-Index "Gute Arbeit" 2010
Ein Drittel der Deutschen sind mit ihrem Job unzufrieden

In der jährlichen DGB-Befragung zum Index "Gute Arbeit" wird deutlich, dass nur 15 Prozent der Beschäftigten in Deutschland mit ihrem Job zufrieden sind. Ein Drittel benotet ihren Arbeitsplatz mit "mangelhaft», 52 Prozent halten ihre Arbeitsbedingungen für mittelmäßig. Der DGB und die IG Metall kritisieren die Zunahme von prekärer Arbeit und Leiharbeit.
Rente mit 67
IG Metall hält an Forderung nach Aussetzen der Rente mit 67 fest

Die IG Metall hat ihre Forderung nach Aussetzung der Rente mit 67 bekräftigt und stattdessen ein Konzept für einen flexiblen Übergang in die Rente gefordert. "Die Rente mit 67 ist und bleibt eine Sackgasse und für einen guten Teil der Beschäftigten unerreichbar", sagte Berthold Huber.
Gesundheitsreform
Ausstieg aus der paritätischen Finanzierung

Am 12. November 2010 hat der Bundestag in 2./3. Lesung den nicht zustimmungspflichtigen Gesetzentwurf der Bundesregierung „zur nachhaltigen und sozial ausgewogenen Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Finanzierungsgesetz - GKV-FinG)“ beschlossen. Damit wird der Beitrag zur GKV ab dem 1. Januar 2011von 14,9 auf 15,5 Prozent steigen. Die Arbeitgeber werden durch das Einfrieren ihres Anteils bei 7,3 Prozent entlastet. Die gesetzlichen Krankenkassen können künftig Zusatzbeiträge in unbegrenzter Höhe von ihren Versicherten verlangen. Übersteigt der durchschnittliche Zusatzbeitrag zwei Prozent des Ein-kommens eines Versicherten, dann soll der geplante Sozialausgleich für Geringverdiener greifen.
Hintergrund: Rente mit 67
Eine Kürzung der Renten und Förderung der Altersarmut
Die Rente mit 67 ist in aller Munde: Parteien und Verbände streiten über das Für und Wider. Die Bundesregierung überprüft derzeit, ob die Anhebung des Renteneintrittsalters angesichts der Arbeitsmarktentwicklung sowie der wirtschaftlichen und sozialen Situation älterer Arbeitnehmer vertretbar ist. Die Ergebnisse sollen im Herbst veröffentlicht werden. Hier finden Sie Fakten und Hintergründe sowie mögliche Alternativen zur Rente mit 67.
Studie räumt mit Vorurteilen auf:
Hartz IV ist "nur selten ein Ruhekissen"
In der öffentlichen Diskussion wird die Arbeitswilligkeit von Langzeitarbeitslosen immer wieder in Frage gestellt. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat nun in einer Befragung von Hartz IV-Empfängern die Arbeitsbereitschaft untersucht. Das Ergebnis lautet: Hartz IV ist "nur selten ein Ruhekissen", die Arbeitsbereitschaft von Hartz IV-Empfängern ist insgesamt hoch, nur bei einer kleinen Minderheit gibt es Hinweise auf eine fehlende Arbeitsmotivation.



