17.08.2017 |

Infomobil machte zum Schichtwechsel halt bei MDC in Kölleda

IG METALL FORDERT RENTENWENDE

Bild: IG Metall

Kölleda. Die IG Metall hat mit ihrem Infomobil am Donnerstag, den 17. August die Beschäftigten bei MDC informiert. Ein Leben lang hart arbeiten und am Ende eine Rente die zum Leben nicht reicht. Da kommen für viele Beschäftigte Fragen auf: „Bekommt jeder, was er verdient?“, „Im Alter versorgt oder besorgt? und „Wem gehört meine Zeit?"

Um Antworten auf diese Fragen zu geben, baute die IG Metall Erfurt vor dem Werksgelände von MDC Power ihr Infomobil auf. „Die Ergebnisse unserer Umfragen sind eindeutig, dass Rentensystem, so wie es z. Z. gesetzliche festgeschrieben ist, wird von den Menschen als ein Affront gegen ihre Arbeitsleistung gesehen. Das Vertrauen in die Politik hat damit großen Schaden genommen. Auf der einen Seite vermehrt sich der Reichtum von Wenigen immer schneller und auf der anderen Seite wird die Rente bei Vielen nicht zum Leben reichen. Das CDU/CSU und FDP nun mit einem weiter so in den Wahlkampf ziehen stößt bei den Menschen genau so wenig auf Gegenliebe wie das unzureichende Stopp der SPD, auf dem schon abgesenkten Rentenniveau als auch das Festhalten an der Rente mit 67 oder gar 67 plus X“, so Bernd Spitzbarth, 1. Bevollmächtigter/Geschäftsführer der IG Metall Erfurt. 

Die Menschen erwarten eine Politik der sozialen Gerechtigkeit. Es werden Antworten auf die Forderungen nach einer starken gesetzlichen Renten- und Krankenversicherung erwartet. Der Sozialstaat hat sich mehr zu einem Staat für Reiche als zu Wohlstand für alle entwickelt, was als vollkommen unakzeptabel empfunden wird.

Es wurden politische Fehler in der Vergangenheit gemacht. Es wird Zeit, den Mut zu haben, diese zu korrigieren. Wenn man für die Mehrheit der Menschen Politik machen will, ist das mehr als erforderlich“, schätzt Spitzbarth ein.

„Die wahren Experten der Republik sind die Beschäftigten in den Betrieben“, sagte Gewerkschaftssekretär und Betriebsbetreuer von MDC Kölleda, Alexander Reuschenbach. Die IG Metall hört deshalb genau hin, was die einzelnen Menschen bewegt. „Ob Sicherheit, Perspektiven, Vereinbarkeit von Arbeit und Leben oder Gute Arbeit: Als IG Metall setzen wir uns für mehr Gerechtigkeit und ein gutes Leben für alle ein“, sagte Reuschenbach.

08.08.2017 |

Treffen zur Zukunft von SolarWorld im Wirtschaftsministerium

Minister Tiefensee: Investor muss schnell Klarheit über Geschäftsmodell und Unternehmenskonzept schaffen / Enttäuschung über geringe Zahl erhaltener Arbeitsplätze

Foto: privat
Gespräch mit Wirtschaftsminister Tiefensee (Billmitte) am 08. August

Im Thüringer Wirtschaftsministerium hat heute ein Treffen zur Zukunft des insolventen Solarherstellers SolarWorld am Standort Arnstadt stattgefunden. An dem Gespräch nahmen neben Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee der 2. Bevollmächtigte der IG Metall Erfurt, Kirsten Joachim Breuer, sowie die Arnstädter Betriebsräte des Unternehmens, darunter der Betriebsratsvorsitzende Joachim Götz, teil. 

Alle Beteiligten seien sehr froh über den angekündigten Einstieg einer Investorengruppe bei SolarWorld, betonte Tiefensee. „Die gute Nachricht ist: Beide Produktionsstandorte bleiben erhalten, für die Belegschaft konnte eine unmittelbare Arbeitslosigkeit zunächst abgewendet werden“, sagte der Minister. Weniger erfreulich sei es dagegen, dass ein Großteil der Beschäftigten nun zunächst in eine Transfergesellschaft gehen müsse. „Hier hätten wir uns gewünscht, dass eine größere Anzahl von Arbeitsplätzen erhalten worden wäre.“

Umso wichtiger sei es, dass der künftige Investor nun schnell Klarheit schaffe zu seinen kurz-, mittel- und langfristigen Plänen und Zielen für das Unternehmen. „Ich erwarte, dass der Erwerber unmittelbar nach der Entscheidung des Gläubigerausschusses am kommenden Montag Gespräche mit den Landesregierungen in Thüringen und Sachsen, der IG Metall und den Betriebsräten in Arnstadt und Freiberg aufnimmt und erklärt, wie sein Geschäftsmodell und sein Unternehmenskonzept aussieht. Vor allem möchten wir wissen, was diesmal anders und besser gemacht werden soll, um das Unternehmen zum Erfolg zu führen“, so der Minister. Nicht zuletzt davon hänge letztlich auch ab, ob und inwieweit die Standortländer ein solches Konzept unterstützen könnten. Thüringen sei grundsätzlich bereit, im Rahmen seiner Möglichkeiten einen Beitrag zur Restrukturierung und Fortführung des Werkes zu leisten, so Tiefensee weiter.

Unverständlich sei die Entscheidung, eine so große Zahl von Beschäftigten in eine Transfergesellschaft zu überführen, auch deshalb, weil die IG Metall in Arnstadt über gute tarifliche Optionen zur Standort- und Beschäftigungssicherung verfügt, wie der 2. Bevollmächtigte der IG Metall Erfurt, Kirsten Joachim Breuer, betonte. „Diese Optionen müssen endlich im Interesse der Beschäftigten, aber für das Unternehmen zur Anwendung gebracht werden können. Hierzu erwarten wir die Anerkennung der bestehenden Tarifverträge durch die SolarWorld Industries.

Insofern sei der dringende Appell der Runde an den potentiellen Erwerber, nochmals den Erhalt einer größeren Zahl von guten Arbeitsplätzen zu prüfen. „Gut qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen zu tarifierten Arbeitsbedingungen zu halten, kann auch nur im Interesse der neuen Gesellschaft sein“, sagte Breuer. Aus seiner Sicht drohe auch angesichts der aktuell hohen Fachkräftenachfrage in der Region die Gefahr, hier gut geschulte und hoch erfahrene Mitarbeiter zu verlieren.

Betriebsratsvorsitzender Joachim Götz betonte, zunächst sei es gelungen, das Schlimmste – sofortige Arbeitslosigkeit – zu verhindern und dafür zu sorgen, dass Beschäftigte aus der Transfergesellschaft zu den ursprünglichen Konditionen in das neue Unternehmen übernommen werden müssen.

Enttäuscht zeigten sich die Teilnehmer des Treffens von der geringen Zahl von 183 Arbeitsplätzen, die im Arnstädter Werk zunächst erhalten werden sollen. „Es ist nicht abzusehen, wie mit dieser Rumpfmannschaft die Produktion 24 Stunden am  Tag und sieben Tage die Woche aufrecht erhalten werden soll – was sie aber müsste, weil der Herstellungsprozess nicht einfach unterbrochen werden kann“, sagte Götz. Aus seiner Sicht sei dafür mindestens die Hälfte der bisherigen Belegschaft, jedenfalls mehr als 300 Beschäftigte, notwendig.

Bei der Beantwortung der Frage, ob die Solarwirtschaft in Deutschland eine Zukunft habe, sieht Tiefensee aber nicht zuletzt auch den Bund in der Verantwortung. „Ich bin nach wie vor der Meinung, dass das Industrie- und Energiewendeland Deutschland ein hohes Interesse an einer eigenständigen Solarproduktion im eigenen Land haben müsste“, sagte der Wirtschaftsminister. Dafür brauche es keine weiteren Subventionen, sondern vor allem einen wirksamen Schutz vor dem aggressiven Dumpingwettbewerb mit China. „Deshalb erwarten wir aus Berlin vor allem ein klares Bekenntnis, dass wir in dieser wichtigen Zukunftsindustrie das Knowhow aus Deutschland nutzen und uns nicht abhängig von chinesischen Herstellern machen wollen.“

20.07.2017 |

SolarWorld

Der Erhalt steht für den Erhalt einer ganzen Branche

Foto: IG Metall Erfurt
Warnstreik 2016 - Metaller*innen vor SolarWorld

IG Metall fordert Kurzarbeit statt unwiderrufliche Freistellung


Wenn am 18. Juli 2017 die Frankfurter Allgemeine titelte "Insolvente Solarworld baut Stellen ab" ist das weder für die direkt betroffenen Beschäftigten noch für die Branche und den daran anhängenden Wirtschaftszweigen eine beruhigende Nachricht. In den Betriebsstätten Arnstadt, Freiberg und Bonn hat der Insolvenzverwalter die Szenarien auf Mitarbeiterversammlungen vorgestellt. Dabei spielte auch ein Stellenabbau durch unwiderrufliche Freistellung eine Rolle. Es gibt aber auch Interessenten, so dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist.

Die IG Metall verdeutlicht an dieser Stelle noch einmal, dass das Mittel der unwiderruflichen Freistellung für den Erhalt der Standorte und damit der Branche zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht geeignet ist. Oberste Priorität muss bis zur endgültigen Entscheidung über den Fortbestand die Bindung der Beschäftigten ans Unternehmen sein. Eine Verabschiedung in die Arbeitslosigkeit, gilt es mit allen Mitteln zu verhindern. Das einzig richtige Instrument ist, die Einführung von Kurzarbeit. Dazu fordern wir die Geschäftsleitung und den Insolvenzverwalter auf. Die Anlagen müssen weiter im Betrieb gehalten werden, um, möglichen Investoren aufzeigen zu können, wie auf modernsten Anlagen modernste Produkte produziert werden. Bei einem möglichen Einstieg eines Investors wäre man in der Lage, die Produktion sofort hochzufahren. Das ist der Auftrag an den Insolvenzverwalter, die Gläubiger und die Politik. Von letzteren erwarten wir insbesondere, dass sie sich für den Fortbestand einer ganzen, zukunftsbestimmenden Branche mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln einsetzt.

"Wir fordern den Erhalt dieser zukunftsträchtigen Branche und den damit verbundenen direkten und indirekten betroffenen Arbeitsplätzen"! (Bernd Spitzbarth, 1. Bevollmächtigter IG Metall Erfurt und Nordhausen)

28.06.2017 |

SolarWorld Insolvenz

Betriebsräte, IG Metall und Wirtschaftsminister in Berlin

Foto: Kirsten-Joachim Breuer

Die Zukunft der deutschen Solarindustrie und die Situation beim insolventen Solarmodulhersteller SolarWorld AG mit den Produktionsstandorten in Arnstadt und Freiberg (Sachsen) waren am Montag, den 26. Juni, Thema eines Treffens zwischen dem thüringischen Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee, dem sächsischen Wirtschaftsminister Martin Dulig und dem Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Matthias Machnig, in Berlin. Weitere Teilnehmer des Treffens waren u.a. SolarWorld-Vizepräsident und Konzernsprecher Milan Nitzschke, die Betriebsräte der SolarWorld-Standorte in Thüringen und Sachsen sowie Vertreter aus der Industrie und der IG Metall.

Zentrale Fragen der Gesprächsrunde waren die Bedeutung der deutschen Solarindustrie und -forschung für Europa, die Zukunftsperspektive der Branche aus industrie-, energie- und geopolitischer Sicht und wie die Politik von Bund und Ländern unterstützen kann.

Auch Kirsten Joachim Breuer, zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Erfurt, setze sich für bessere Rahmenbedingungen seitens der Bundespolitik und auf EU-Ebene ein: „Zum Fortbestand der deutschen Solarindustrie braucht es keine weiteren Subventionen. Wichtiger wäre, die hiesigen Hersteller und nicht zuletzt die Arbeitsplätze durch einen Vollzug der geltenden Schutzmaßnahmen vor Dumping aus Übersee zu schützen. In Arnstadt und Freiberg werden die derzeit stärksten Solarzellen produziert, die auf dem Weltmarkt verfügbar sind. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben den Glauben an den Standort nicht verloren. Das beweisen viele kleine betriebliche Initiativen, die dort anpacken, wo ehemalige Dienstleister aufgrund der vorläufigen Insolvenz ihre Leistungen nicht mehr erbringen können.“

Thüringens Wirtschaftsminister Tiefensee betonte, wie wichtig der Erhalt der Vorreiterrolle in dieser Schlüsseltechnologie sei: „Es geht nicht nur um den Erhalt eines Herstellers, sondern auch um die ganze Solarbranche. Die Frage ist, welche Rahmenbedingungen die Politik schaffen kann, um die Branche zu stärken. Ein Aspekt ist etwa die Vergabepraxis, die nicht nur den niedrigsten Preis, sondern andere Kriterien wie Wirkungsgrad und Nachhaltigkeit in der Produktion berücksichtigen sollte.“ Das Industrieland Deutschland, das mit der Energiewende noch dazu auf einen Umbau des Energiesystems hin zu einer weitgehend regenerativen Versorgung setzt, müsse ein hohes Interesse an einer eigenständigen Solarproduktion im eigenen Land haben.

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig unterstrich, dass mit SolarWorld nicht nur ein großer Player der Solarbranche kippen würde, sondern die komplette Branche in eine bedrohliche Schieflage gerate: „Unsere Verantwortung ist es daher, dass die wichtige Branche Solarwirtschaft in ihrer gesamten Wertschöpfungskette in Europa bleibt und produziert. Wir haben hier gut ausgebildete Fachkräfte, leistungsstarke Forschung und Entwicklung und moderne Produktionsstätten. Wir haben uns heute getroffen, um auch gegenüber dem Bund und Brüssel diesen Appell zu adressieren, denn wir brauchen die Unterstützung beider. Unser Interesse ist es, dass wir bei dieser wichtigen Zukunftsindustrie das Knowhow aus Deutschland nutzen, und uns nicht abhängig machen von chinesischen Herstellern.“

Die Zukunft der Solarbranche in Europa liege im Erhalt der gesamten Wertschöpfungskette, betonte Tiefensee. Sie reicht von der Forschung und Entwicklung in Instituten und in den Unternehmen, über innovative Produkte bis hin zu neuartigen Systemlösungen, also der Verbindung von Solarmodulen und Stromspeichern, die von Unternehmen als Systemanbieter offeriert werden können. Genau aus diesem Grund müsse weiter um die Standorte Arnstadt und Freiberg gekämpft werden, denn „SolarWorld betreibt die modernsten Werke in Europa, arbeitet effizient, betreibt eigene Forschung und verfügt über hoch qualifizierte Beschäftigte. Das Unternehmen ist das einzige in Europa, das die gesamte Wertschöpfungskette vom Rohstoff bis zum fertigen Modul abdeckt.“

Daher sei es erfreulich, dass die Produktion vorerst bis Ende Juli 2017 weiter läuft und durch die Arbeit des Insolvenzverwalters Lieferanten bezahlt sowie der Umsatz vorerst stabilisiert werden konnte. Nun komme es darauf an, auf dieser Basis so schnell wie möglich einen Investor zu finden. Das Land sei bereit, seinen Beitrag zur Restrukturierung und Fortführung des Werkes etwa durch Investitions-, Technologie- und Qualifizierungsförderung zu leisten, so Tiefensee weiter.

14.12.2016 |

2. Workshop Rentenkampagne

Die Rentenkampagne vor Ort umsetzen

In kleinem Rahmen fand am 13. Dezember in den Räumlichkeiten des Volkshauses Sömmerda unser zweiter Workshop zur Umsetzung der IG Metall Rentenkampagne statt.

Die Ideen aus unserem ersten Workshop konnten an diesem Abend konkretisiert und zu einen schlüssigen Öffentlichkeitsarbeitskonzept zusammengefasst werden.

Dieses Konzept wird auf der Klausurtagung der Ortsvorstände Erfurt und Nordhausen Ende Januar vorgestellt und besprochen. Im Frühjahr sollen erste Aktionen umgesetzt werden.

Der Arbeitskreis zur Rentenkampagne sucht zudem weiterhin Mitstreiterinnen und Mitstreiter. Wer Interesse hat, kann sich gerne bei Alexander Scharff oder Jenny Zimmermann melden.

29.11.2016 |

Treffen der Ortsfrauenausschüsse

Thüringer Ortsfrauenausschüsse steigen in die Arbeitszeitkampagne der IG Metall ein

An keinem geringeren Tag als am 25. November, dem Tag gegen Gewalt an Frauen, begannen die Thüringer Ortsfrauenausschüsse mit ihrer zweitägigen Tagung in Nordhausen.

Die Frage um mehr Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben und Chancengleichheit in der Arbeitswelt waren die Kernthemen, mit denen man sich auseinander setzte.

Die Arbeitszeitkampagne der IG Metall – Mein Leben - Meine Zeit?! – finden die Frauen mehr als überfällig. Dass sie sich auf Politik und Wirtschaft nicht verlassen können, erleben sie täglich schon in der Entgeltfrage. Geht es nach dem Willen der Wirtschaft und Teilen der Politik, sollen nun auch noch die Grenzen in der Arbeitszeitwelt eingerissen werden. Flexibilität ist das alles umfassende Thema.

Impulse für die Tagung wurden zunächst von Alrun Fischer, Beraterin für Betriebsräte und Arbeitnehmende, gegeben. Dabei wurde von Beginn an auf Kommunikation gesetzt, sodass ein reger Austausch nicht auf sich warten ließ. Bevor es in die Arbeitsgruppen ging, führte Bernd Spitzbarth, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Geschäftsstellen Erfurt und Nordhausen, zum Stand der Kampagnendiskussion zur Arbeitszeit in der IG Metall aus.

„Für uns war es wichtig, nicht nur über Zahlen zu diskutieren. Im Fokus ging es um uns, um unser tägliches Erleben und das, was zukünftig besser gemacht werden muss“, so Sylvia Nolte, Sprecherin des gastgebenden OFA Nordhausen. „Wir Frauen wollen Flexibilität für die wichtigen Dinge im Leben, aber nicht zu unseren Lasten“.

Ob Langzeit- oder Lebensarbeitszeitkonten den Frauen mehr Chancen im Leben einräumen, bleibt genauso fragwürdig, wie die mögliche Abschaffung des Acht-Stundentages und der Ausweitung der Schichtarbeit. Blicken wir auf ein viertel Jahrhundert zurück, dann gehen immer noch Frauen in Teilzeit und kommen nicht wieder auf Vollzeitstellen zurück. Für die Männer wird die Arbeitszeit länger während für Frauen die Türen geschlossen bleiben. Die Politik hält sich mit Sprüchen an der Oberfläche. Es hilft uns nicht, wenn man sich durch mehr Flexibilität mehr Wohlstand verspricht, so lange Flexibilität eine Einbahnstraße bleibt. Es gibt also noch viel zu tun. Packen wir es an, mischen wir uns ein!

07.11.2016 |

Gesetzliche Krankenversicherung

Aktiv für mehr soziale Gerechtigkeit

Bei den Kolleginnen und Kollegen vom Siemens Generatorenwerk in Erfurt gehört es zum guten Ton, dass man sich bei wahrgenommenen Ungerechtigkeiten zu Wort meldet. So auch am 03. November 2016 als über 550 Beschäftigte mit einer vor dem Werktor stattgefundenen Unterschriftenaktion ihren Unmut über die immer noch nur arbeitnehmerseitig erhobenen Zusatzbeiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung zum Ausdruck brachten.

Soziale Gerechtigkeit geht alle an. Hier können sich die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber nicht aus der Verantwortung stehlen, so der einhellige Tenor der Kolleginnen und Kollegen. In Richtung Politik wird ein Paradigmenwechsel gefordert – Gerechtigkeit ist eine Willensfrage. Hieran werden wir die Parteien im Bundestagswahlkampf messen.

06.10.2016 |

Gesundheitskosten gerecht verteilen

Zusatzbeiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung abschaffen - Parität herstellen

Die einseitige Belastung der Arbeitnehmer durch die Zusatzbeiträge wächst stetig an.

Die IG Metall fordert die Rückkehr zur paritätischen Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Krankenversicherungsbeiträge müssen wieder je zur Hälfte durch Arbeitnehmer und Arbeitgeber getragen werden. Ungerecht ist, dass derzeit nur die Versicherten einen Zusatzbeitrag schultern müssen, da der Gesetzgeber den Arbeitgeberanteil eingefroren hat.

Die Web-Site mit allen Informationen zur Kampagne ist hier zu erreichen.

Unterzeichnen Sie hier im Rahmen der Unterschriftenkampage der IG Metall für eine paritätische Finanzierung der Krankenkassenbeiträge. 

Adressat der Unterschriften sind die örtlichen Bundestagsabgeordneten. Ihnen werden wir in einer Veranstaltung im Frühjahr 2017 die Unterschriftenlisten übergeben.

Ein Flugblatt mit weiteren Hintergrundinfos steht hier zum Download bereit.

Unterschriftenlisten zum Sammeln in den Betrieben stehen hier zu Download bereit. Ausgefüllte Unterschriftenlisten können in den Geschäftsstellen der IG Metall in Erfurt und Nordhausen abgegeben werden.

11.04.2016 |

Stahlaktionstag

Gegen Dumping

Mit einer Delegation von ca. 50 Beschäftigten haben sich heute Kolleginnen und Kollegen der SolarWorld Industries Thüringen GmbH an einem Aktionstag der IG Metall und der Thüringer Stahlunternehmen in Unterwellenborn beteiligt und damit ein gemeinsames Zeichen gegen Dumpingkonkurrenz aus China gesetzt.

Klaus Kubitz, Geschäftsführer der Solarworld in Arnstadt, sagte in seinem Redebeitrag im Rahmen der Kundgebung: „Wir sind heute hier, um solidarisch zu unterstützen und ein Signal zu setzen, dass echte Werte vernichtet werden, wenn der faire Wettbewerb verhindert wird. SolarWorld steht dafür ein, sich nachhaltig um Industriestandorte zu bemühen und eine Region erfolgreich werden zu lassen.“

Kirsten Joachim Breuer, 2. Bevollmächtigter der IG Metall Erfurt, sagte in seiner Rede an die Beschäftigten: „Wir haben in Arnstadt mit dem Ausstieg von Bosch aus der kristallinen Photovoltaik bereits einmal den schmerzhaften Verlust von Arbeitsplätzen hinnehmen müssen. Die Gründe lagen damals in falschen politischen Richtungsentscheidungen durch eine solarfeindliche Bundesregierung, aber auch in einer staatlich subventionierten Dumpingkonkurrenz aus China. Die politisch Verantwortlichen in Berlin und Brüssel müssen aus den damaligen Fehlern lernen und auf dem Solarmarkt für Rahmenbedingungen sorgen, in dem sich die Solarindustrie, die in den letzten Jahren in puncto Effizienz, Innovation und Preisniveau Großes geleistet hat, sich unter den Spielregeln einer sozialen Marktwirtschaft global behaupten kann. Die verbleibenden Kerne der deutschen Solarindustrie sind es wert, erhalten zu bleiben und dürfen nicht durch staatlich legitimiertes Dumping aus Fernost untergebuttert werden. Dazu gehört, dass die europäischen Maßnahmen gegenüber Dumping erhalten bleiben müssen.“

Joachim Götz, Vorsitzender des Betriebsrats der SolarWorld in Arnstadt ergänzte: „Es war im Frühjahr 2014 ein Kraftakt, mit den damals nach dem Betriebsübergang von Bosch Solar Energy knapp 750 Kolleginnen und Kollegen den Neustart in der SolarWorld anzugehen. Heute sind wir wieder über 1.000 Beschäftigte in Arnstadt. Unsere Arbeit findet Anklang auf dem Weltmarkt, darauf können wir stolz sein. Die Leistung und die Motivation unserer Mannschafft ist der Garant für den unternehmerischen Erfolg. Unsere Arbeit ist gute Arbeit – mitbestimmt und tarifgebunden. Das unterscheidet uns von den Arbeitsbedingungen in China. Dumping, und sei es mit Hilfe von Milliarden-Zuschüssen des Staates wie in China, ist kein Erfolgsmodell. Wir verlangen nicht mehr und nicht weniger, als dass die Politik uns die Chance ermöglicht, auch weiterhin mit guter Arbeit gute Produkte zu erwirtschaften, die sich auf dem Weltmarkt auch verkaufen lassen. Wenn China mit staatlichen Milliarden versucht, den Weltmarkt zu beeinflussen, so ist es die Pflicht der Politik, unsere Arbeitsplätze zu schützen.“

Zum Hintergrund:

Mit einem dezentralen Aktionstag protestierten die IG Metall und Arbeitgeber der Stahlindustrie am Montag, dem 11. April 2016, gegen die drohende Anerkennung Chinas als Marktwirtschaft durch die EU. Die deutsche Stahlindustrie erlebt derzeit einen existenzbedrohenden Verfall des Weltpreises aufgrund der staatlich gestützten chinesischen Überproduktion.

Informationen zu sozialpolitischen Themen

Wissenswertes unter Denk-doch-mal.de

Demografische Entwicklung, Fachkräftemangel, Rente mit 67 Belastungen am Arbeitsplatz. Wer interessante und informative Beiträge zu diesen Themen und mehr sucht, wird sicherlich unter www.denk-doch-mal.de fündig

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