IG Metall Erfurt und Nordhausen
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23.07.2018, 04:07 Uhr

Tarifbewegung der Metall- und Elektroindustrie

IG Metall Nordhausen weitet Warnstreiks in Nordthüringen aus - Arbeitsniederlegung bei Maximator

  • 12.01.2018
  • Aktuelles, Tarif

Mit der Arbeitsniederlegung bei der MAXIMATOR GmbH in Nordhausen ist die IG Metall Nordhausen am 11.1.18 ab 12.00 Uhr auch im Landkreis Nordhausen in die erste Warnstreikwelle der Tarifbewegung 2018 der Metall- und Elektroindustrie Thüringens gestartet. Am Warnstreik beteiligten sich rund 170 Beschäftigte aus der Früh- und Teile der Spätschicht, so dass die Produktion zum Erliegen kam. Unterstützung kam u.a. von den Beschäftigten des Nordhäuser Kurbelwellenherstellers FEUER powertrain GmbH, die während ihrer Freizeit den Warnstreik bei MAXIMATOR begleiteten. Sie profitieren zum Teil durch einen Haustarifvertrag von den Ergebnissen der Tarifrunde 2018.

Alexander Scharff, 2. Bevollmächtigter der IG Metall Nordhausen, begründete noch einmal die Forderungen der IG Metall und ging dann auf den aktuellen Verhandlungsstand Thüringen ein. „Mit einer Unterschrift der Arbeitgeber in den ersten Verhandlungsrunden war nicht zu rechnen. Dennoch ist das Angebot einer Einmalzahlung von 200 Euro sowie eine Erhöhung der Entgelte um 2% völlig inakzeptabel. Als ob das nicht reicht, fordern die Arbeitgeber eine weitere Arbeitszeitflexibilisierung als Gegenleistungen.“

Im Klartext bedeutet das nichts Anderes als eine Arbeitszeitverlängerung nach Belieben der Arbeitgeber. Zeitsouveränität für die Beschäftigten, insbesondere für die Pflege von Angehörigen und Kinderbetreuung: Fehlanzeige! Aus Sicht der IG Metall ist das ein Schlag ins Gesicht der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, durch deren Einsatz der Erfolg der letzten Jahre erst ermöglicht wurde.

Scharff forderte, unter dem Beifall der Kollegen*innen in Nordhausen, die Arbeitgeber zu einer Kehrtwende auf und untermauerte die Forderungen der IG Metall.

Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie 6% mehr Entgelt und das Recht auf eine vorrübergehende Verkürzung der Arbeitszeit auf bis zu 28 Wochenstunden. Beschäftigte die die Verkürzung der Arbeitszeit für die Pflege von Angehörigen sowie für die Kinderbetreuung nutzen möchten oder zum Beispiel durch bestimmte Arbeitszeitmodelle als besonders belastet gelten, sollen zudem einen finanziellen Teillohnausgleich bekommen.

 

Axel Günther, Betriebsratsvorsitzender und Vertrauensmann der IG Metall bei MAXIMATOR sagte während der Kundgebung: „Es liegt an uns ob wir erfolgreich sein werden. Ohne Druck wird uns nichts geschenkt. Deshalb sind die Warnstreiks so wichtig.“ Mario Eisenach, Vertrauensmann der IG Metall bei FEUER powertrain kritisierte während seines Grußwortes die anhaltende Ungleichheit zwischen Ost- und West insbesondere in Fragen der Arbeitszeit.“ Auch hier gibt es in den kommenden Jahren Handlungsbedarf.

 

 


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